20 | 08 | 2019

Religion und Ethik

Hier finden Sie eine alphabetische Übersicht über alle in diesem Bereich enthaltenen Artikel.

Vielfalt der Geschlechter & Christentum

Bei der Veranstaltung "Stadt der 1000 Fragen" im September 2003 in Berlin hat der katholische Moraltheologe Prof. Mieth aus Tübingen sinngemäss auf die Frage nach Geschlecht geantwortet:

“Es gibt nicht nur männlich und weiblich,
es gibt viele verschiedene Geschlechter.
Wir sind bisher jedoch nicht bereit, dies zu akzeptieren.“

Unter Vielfalt der Geschlechter werden Begriffe genannt, wie z.B.: alles zwischen weiblich und männlich, Homo-,A-, Bi-, Hetero-, Inter-, Transsexualität, weder - noch und Transgender.

Ob Identität oder sexuelle Orientierung, in beiden Fällen deuten Forschungsergebnisse der Berliner Humbold- und nun auch der Londoner Universität auf die pränatale (vorgeburtliche) Prägung hin. Beide Begriffe sind Teil der menschlichen Vielfalt und im Weiteren unter dem gemeinsamen Begriff Identität genannt. Die Entwicklung menschlichen Lebens ist Teil der Schöpfung Gottes.

Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild männlich und weiblich!

1. Mose Kapitel 1:
*26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen (H. Adam, d.i. von der Erde; adama = Erdboden) machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, (Eig. sich Regendes) das sich auf der Erde regt!
*27 Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Weib (wörtlich: männlich und weiblich) schuf er sie.

(Elberfelder Bibel 1905 Rev.03)

Gott ist so vielfältig, dass Er in der Bibel mit vielen Namen genannt wird. Jeder Name Gottes beschreibt eine Facette Seiner Persönlichkeit. Gott ist sicherlich mehr als nur männlich oder nur weiblich, Er ist mindestens beides.

Weiblich und männlich sind jeweils weite Bereiche, die sich zudem noch überschneiden, und sie haben eine gemeinsame Schnittmenge.

Jeder einzelne Mensch hat seinen Platz dort irgendwo in diesem weiten Bereich. So ist auch dieses zu verstehen:“ Es gibt nicht nur männlich und weiblich, es gibt viele verschiedene Geschlechter.“

Einige Menschen verunsichert diese Vorstellung, deshalb diese Feststellung:

„Wir sind bisher jedoch nicht bereit dies zu akzeptieren.“ 
Aus dieser Begrenztheit heraus wurden die Schubladen „Mann“ und „Frau“ geschaffen.

Gott ist aber ein Gott der vielfältigen Schöpfung!

So ist eine naturbelassene Bergwiese mit einer Vielfalt an Wildblumen Ausdruck Seiner wunderbaren Schöpfung. Während der „englische Rasen“ wohl eher der menschlichen Begrenztheit entspricht. In Gottes Schöpfung ist in Fauna und Flora ein faszinierender Variantenreichtum zu beobachten, wie auch im menschlichen Leben. Gemeinsam mit der Schöpfung schuf Gott auch alle Gesetze und ist damit ebenso der Urheber der menschlichen Vielfalt.

Jakobus Kapitel 4:
*12 Gott allein ist beides: Gesetzgeber und Richter.

Er schuf die Erbgesetzen in der Weise, dass sie eine grosse Vielfalt des Menschen zulassen. Es können viele verschiedene Geschlechter des Menschen wahrgenommen werden, so wie es tatsächlich in anderen Kulturen heute noch der Fall ist. Gottes Schöpfung ist vielfältiger, als es menschliche Vorstellungskraft zulässt.

Jeder Mensch ist einzigartig und unverwechselbar, und so auch in den „Büchern“ Gottes eingetragen.

Offenbarung Kapitel 20:
*12 Und ich sah alle Toten vor dem Thron Gottes stehen: die Mächtigen und die Namenlosen. Nun wurden Bücher geöffnet, auch das Buch des Lebens. Über alle wurde das Urteil gesprochen, und zwar nach ihren Taten, wie sie in den Büchern aufgezeichnet waren.

Die menschliche Vielfalt ist natürlich und keine Sünde! Die Bibel beschreibt Sünde als „dem Willen Gottes entgegengesetzt" oder „nicht Gott gewollt".

Die heutige Forschung bringt erstaunliche Einblicke in die vorgeburtliche Entwicklung. So entdeckten die Forscher, dass das heranwachsende menschliche Leben sich in vielen Sequenzen immer wieder für eine weibliche oder männliche Entwicklung entscheiden muss. Die medizinische Forschung kennt inzwischen 7 Merkmale eines Menschen, die entweder weiblich oder männlich geprägt sein können. Diese Merkmale finden sich in körperlichen oder seelischen Bereichen, aber auch in der Struktur der Gene.

Bei der Geburt wird unsere Identität auf Grund äusserer Merkmale bestimmt. Die meisten Menschen nehmen diese Fremdbestimmung als gegeben hin. Sie könnten sich aber von denen, die ihre Identität hinterfragen, gestört fühlen. Deshalb wird die menschliche Vielfalt oft als Bedrohung empfunden, und diese dann als „krank“ ausgegrenzt.

„Umkrempeln der Seele zwecklos“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sexualwissenschaft zu diesem Versuch. Die Vielfalt ist natürlich keine Krankheit. Aber ihre Ausgrenzung in der Gesellschaft kann Menschen kränken oder auch Ursache für verschiedene Erkrankungen wie z.B. Depressionen und psychosomatischen Störungen sein.

Menschen, die sich nicht im Einklang mit dieser Fremdbestimmung empfinden, verspüren häufig das dringende Bedürfnis ihre wahre Identität zu suchen. Die sozialen, kulturellen und religiösen Regeln einer Gesellschaft können als erschwerend bei dieser Suche einwirken.

Die meisten Menschen versuchen die ihnen zugewiesene und erwarteten Rolle auszufüllen. Dieses Verhalten verstärkt das Zugehörigkeitsgefühl, und das Wir-Gefühl gibt dann Halt.

Die Suche nach der eigenen Identität steht im Einklang mit der Heiligen Schrift!

Gott spricht von sich selber: Ich bin, der ich bin!

2. Mose Kapitel 3:
*14 Da sprach Gott zu Mose: "Ich bin, der ich bin"; oder auch „Ich werde sein, der ich sein werde.“

Jesus Christus sagt sehr häufig: Ich bin, ... !

Gott ist der Urheber jeder Identität!

Besonders in der Zeit der Pubertät stellen sich viele Teens die Frage: „Wer bin ich?“ Die Suche nach Identität ist ein ganz natürliches Verhalten. Jeder Mensch hat das Recht auf unverwechselbarer Identität, sowie der Suche nach der ihm eingeschaffenen Identität!

Alle Zitate aus dem Neuen Testament sind der zeitgemässe Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ entnommen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (2003)

Religion und Ethik


Für viele Transgender- Menschen, z.B. transsexuelle, intersexuelle, weder-noch Menschen, Angehörige und Freunde sind Fragen zur Religion und Ethik sehr wichtig.

Auf diesen Seiten möchten wir Hilfe bei der Suche nach Antworten geben. Wir laden auch ausdrücklich unsere Leser ein, an der inhaltlichen Gestaltung mitzuwirken und ihre Beiträge an uns zu schicken (als rtf- oder htm-Datei an die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder sprecht Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! direkt an).

Hilfe auf der Suche nach christlichen Antworten gibt Patricia unter www.c-f-a.info

Artikel

Reformation für Alle* - Transidentität / Transsexualität und Kirche

Vielfalt der Geschlechter & Christentum

Identitätsdebatte in Berlin am 20.09.2003

Einführung

Oft fragen wir uns: Warum passiert mir dieses? Warum hat Gott dieses zugelassen?

Wir können Gottes Handeln eher verstehen, wenn wir erkennen, dass Gott alles aus Liebe tut. Gott ist Liebe.

Alles was er macht, macht er aus Liebe.
Alles, was er zulässt, lässt er aus Liebe zu.

Immer wieder können wir Ausgrenzungen durch andere Christen oder Kirchen erleben. Ausgrenzungen geschehen häufig, wenn ein Mensch irgendwie anders ist, als die gesellschaftliche Norm. Aber alle Menschen sind von Gott geschaffen, in all ihrer Vielfalt!

Das Opfer - Christ am Kreuz - gilt für alle Menschen!
Christen eint die Gewissheit, dass Christus Opfer alle Schuld tilgt.
Das Abendmahl erinnert an das Opfer Christi und ist der Neue Bund Gottes mit allen Menschen.

Patricia`s Hilfe hat ihren Ursprung

im tiefen Glauben an Gottes Liebe und Gnade, die sie selber erfahren durfte; mit kirchlicher Erfahrung in Seelsorge und pastoraler Leitung einer Gemeinde, in guter Kenntnis der Bibel und der heutigen Aufgabe im Leitungsteam der Berliner Gemeinde Queer Christ, einer christliche ökumenische Gemeinde für alle, die anders sind!

Komm! Wer dursti g ist, der soll kommen.
JEDEM, der es haben möchte,
wird Gott das Wasser des Lebens schenken

Offenbarung 22,17.

Identitätsdebatte

im Rahmen der "Stadt der 1000 Fragen"
vom 18. - 24. September 2003 in Berlin

(nähere Informationen unter www.1000fragen.de)

Am 20. September 2003 fand die Diskussion über "Identität: Sind wir das Ergebnis kultureller Prägung oder Produkt unserer Gene" statt. Unter der Moderation von Volker Panzer, ZDF--Nachtstudio diskutierten Prof. Dr. Dietmar Mieth, katholischer Moraltheologe an der Uni Tübingen, Bill Cordray, Architekt und Gründer des internationalen Clubs der Vaterlosen aus Salt Lake City/USA, Prof. Dr. Detlev Linke, Hirnforscher an der Uni Bonn, Helma Katrin Alter, Geschäftsführerin der dgti in Köln und Martin Marquard, Berliner Landesbeauftragter für Behinderte.

In über 90 Minuten wurden viele Aspekte von Identität und Identitätsstörung/Identitätsentwicklung angesprochen. Für unsere Arbeit besonders wichtig war die Antwort von Prof. Mieth, dem katholischen Moraltheologen, auf die Frage: "Gibt es mehr Geschlechter als männlich und weiblich?" Unumwunden sagte er: "Die Antwort ist eindeutig JA:" Der vollständige Diskussionsausschnitt ist hier nachzulesen. Dieser Teil wurde u.a. auch in der gesendeten Zusammenfassung des ZDF ausgestrahlt.

Katrin Alter sprach gerade über die Fremdzuweisung bei der Geburt und das sich daraus ergebende Störungspotential bei dem Erkennen der eigenen Identität und den Möglichkeiten sie auch für sich und die anderen erkennbar zu leben. Volker Panzer unterbrach sie.

Volker Panzer: Aber Sie haben ja Kinder gezeugt.

Katrin Alter: Wo steht denn, dass es keine zeugungsfähigen Frauen geben darf und gebärfähige Männer? Ich kenne sehr viele zeugungsfähige Frauen und gebärfähige Männer.

Volker Panzer: Da würde ich gerne den Moraltheologen fragen. Gibt es mehr Geschlechter als männlich und weiblich? (Erwartungsvolles Raunen und Lachen im Publikum)

Prof. Mieth: Die Antwort ist eindeutig JA. Ich denke wir haben ähnliche Probleme ja auch mit der Festlegung von Heterosexualität und Homosexualität.

Die Schöpfung ist außerordentlich variabel und es ist in der Tat eine Fremdbestimmung, wenn man bei der Geburt sagt, weil wir zuweisen müssen, deswegen weisen wir entweder nach „a“ oder „b“ zu und es gibt eben doch Variablen, die dadurch nicht erfasst werden können.

Ich finde menschenrechtlich gesehen wäre es notwendig diese Variablen gelten zu lassen. Es ist ja klar, dass gläubige Menschen der Meinung sind, dass sie von Gott gewollt sind und dass es offen gelassen ist, wie sie zu sein haben, also die Menschen es auch offen lassen sollen, weil eben diese Varianten alle in ihrer Individualität von einem Schöpfer gewollt sind.

Schlussbemerkung (nach der Veranstaltung): Diese Aussage eines namhaften katholischen Moraltheologen ist ein eindeutiger Auftrag

· an die Politik die Rahmenbedingungen zu ändern
· an die Ärzteschaft nicht als krank zu erklären was nicht der „Norm“ entspricht, da es Teil der Schöpfung oder eben auch der natürlichen Vielfalt ist,
· an die Wissenschaft und die Kirchen aufzuklären und nicht an dogmatischen, nicht begründbaren Aussagen festzuhalten.

Die dgti schließt sich den Aussagen von Prof. Mieth voll an. Es darf nicht länger sein, dass gegen Menschenrecht und im christlichen Sinne gegen die Schöpfung verstoßen wird, nur weil man glaubt, dass die Wahrheit über schöpferische oder natürliche Vielfalt der Gesellschaft nicht zuzumuten sei.

Jeder Mensch hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, auch Transgender, Menschen, die eben nicht in ein Geschlechterklischee passen, sondern Teil der geschlechtlichen Vielfalt sind. Transgender beschneiden nicht die Rechte anderer Menschen, was alleine rechtfertigen würde ihre Rechte einzuschränken. Der Grundsatz: „Das Recht des Einzelnen kann dann beschnitten werden, wenn es die Rechte Anderer Verletzt“ kann für Transgender - Transfrauen, Transmänner und Intersexuelle - nicht zur Anwendung kommen. Transgender decken kulturelle Voreingenommenheit auf, die dazu führt, dass ihre Menschenrechte durch die Gesellschaft, vom Gesetzgeber scheinbar legitimiert, eingeschränkt werden. Der Zwang der Gesellschaft den Betroffenen gegenüber anders zu sein als sie sind und sich fühlen, ist vergleichbar mit kultureller und religiöser Verfolgung und Folter, die in Deutschland ja ausdrücklich verboten sind und nicht angewendet werden dürfen.

v.i.S.d.P. Helma Katrin Alter (2003)

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