20 | 08 | 2019

Vermischtes

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Studie Coming-Out-Verläufe und Diskriminierungs-Erfahrungen von LGBT-Jugendlichen


 

Liebe Jugendliche und junge Erwachsene,

gerne geben wir eine Anfrage des Deutschen Jugendinstituts e.V. Abteilung Jugend und Jugendhilfe beüglich einer Studie zu Coming-Out-Verläufen und Diskriminierungs-Erfahrungen von LGBT-Jugendlichen weiter:

 

Liebes DGTI-Team,

derzeit wird am Deutschen Jugendinstitut in München eine Studie mit dem Titel „Coming-out – und dann…?!“ durchgeführt. Damit sollen – finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – in dieser Größenordnung bundesweit erstmalig wissenschaftliche Daten zur Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhoben werden. Besonders im Fokus stehen dabei die Erfahrungen rund um das Coming-out und was dieses für Jugendliche und junge Erwachsene bedeutet: Welche Erfahrungen – positive, aber auch diskriminierende – machen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihren Familien, in ihrem Freundeskreis und in der Schule, Ausbildung, Uni oder Arbeit? Welche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten nutzen sie in dieser Zeit und welche Rolle spielen dabei Freizeit- und Beratungseinrichtungen für Jugendliche? Die entsprechenden Daten sollen mit Hilfe eines Online-Fragebogens und in einer Reihe von persönlichen Interviews erhoben werden. Aus diesem Grund nehmen wir mit Ihnen Kontakt auf und möchten um eine Weiterleitung und Veröffentlichung unserer Teilnahmeaufrufe bitten.

Der Online-Fragebogen richtet sich an lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Jugendliche im Alter von 14 bis 27 Jahren. In ihm werden Coming-Out- und Diskriminierungserfahrungen, die Nutzung von Jugendzentren und Jugendhilfeeinrichtungen wie auch demographische Daten erfragt. Eine Rückführung der Angaben auf eine Person ist dabei nicht möglich. Weitere Informationen zu Fragen des Datenschutzes erläutert das angefügte Datenschutzkonzept.

Für die persönlichen Interviews suchen wir Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren, deren erstes Coming-out gegenüber einer Person als lesbisch, bisexuell oder schwul maximal etwa 3 Jahre oder deren Coming-out als trans* maximal etwa 5 Jahre her ist. Diese Eingrenzung benötigen wir, um die Vergleichbarkeit der Interviews durch gleiche Rahmenbedingungen gewährleisten zu können.

In diesem Sinne möchten wir um Unterstützung bei der Verteilung des Teilnahmeaufrufs bitten. Zum einen kann das unten und im Anhang angefügte Anschreiben direkt an der Zielgruppe entsprechenden Jugendliche und junge Erwachsene versendet werden. Gerne kann dies im Rahmen von Mailverteilern, Newslettern, Facebookgruppen oder direkt an Bekannte geschehen. Über eine Veröffentlichung auf der Homepage freuen wir uns ebenfalls. Dabei kann auch auf die Webpräsenz der Studie verlinkt (http://www.dji.de/coming_out) oder das angefügte Bild genutzt werden. Besonders um die Perspektive von Trans*gender, Trans*sexuellen, genderqueeren oder Personen, die sich geschlechtlich nicht identifizieren wollen, sichtbar zu machen, möchten wir um eine Weiterleitung bitten.

Zum anderen möchten wir um eine Weiterleitung dieses Anschreibens an andere Vereine, Organisationen und Einrichtungen bitten, die direkten Kontakt zur Zielgruppe der 14 bis 27jährigen LGBT-Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben. Wir haben dabei schon eine Vielzahl an Vereinen, Online-Medien, Foren und vor allem Jugendgruppen angeschrieben. Für weitere Vorschläge oder eine direkte Weiterleitung an unsere Zielgruppe sind wir sehr dankbar. Verstärkt suchen wir noch Zugänge zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderung und/oder Migrationshintergrund sowie nicht an Angebote angebundenen oder bildungsbenachteiligten Personen.

Im Anhang finden sich außerdem weiterführende Informationen zur Studie und zum Deutschen Jugendinstitut. Auftauchende Fragen beantworten wir gerne.

Hier der Link zur Online-Befragung:
http://www.dji.de/umfrage_coming_out/

 

Mit herzlichen Grüßen,
Folke Brodersen
"Coming-out – und dann...?!"
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Abteilung Jugend und Jugendhilfe
Nockherstr. 2
81541 München
Tel.: 089/ 62 30 6-310

SCHWUSO


Lesbische Sozialdemokratinnen und schwule Sozialdemokraten

Integration der Transgenderbewegung und der Lesben- und Schwulenbewegung

Bei allen Aktivitäten, Projekten oder politischen Forderungen für das Leben von Lesben und Schwulen in unserer Gesellschaft, vor allem

1. im Zusammenhang mit dem Rechtsinstitut der Eingetragenen Partnerschaft,

2. mit einem Antidiskriminierungsgesetz für Lesben und Schwule,

3. mit Problemen der Arbeitsplatzsicherung und

4. mit Forderungen an die EU

werden wir, zur Vermeidung von Abgrenzung oder Ausgrenzung der Transgenderbewegung, die immer mitbetroffen sein wird, deren Probleme mit beachten und, soweit Fragen dazu nicht in unseren eigenen Reihen geklärt werden können, fachkompetente Vertreter der Transgenderbewegung hören.

Der Bundesarbeitskreis lesbischer Sozialdemokratinnen und schwuler Sozialdemokraten - SCHWUSOS sucht bewusst den Kontakt zur Transgenderbewegung und strebt an gemeinsame Probleme auch gemeinsam zu lösen.

Historisch gesehen haben Lesben, Schwule und Transgender einen langen Teil ihres Weges zu Selbstbestimmung und Anerkennung gemeinsam zurückgelegt. Vor etlichen Jahren jedoch trennten sich die Wege, und während Lesben und Schwule mittlerweile zumindest eine gewisse Anerkennung der Vielfalt ihrer Lebensformen erreicht haben, müssen Transgender immer noch mit den Geschlechtsrollenklischees kämpfen, gegen die sich ja auch Schwule und Lesben seit Jahren wehren. Das geht vom Bestreiten der Existenz schwuler und lesbischer Transgender (denn richtige Männer und Frauen haben selbstverständlich heterosexuell zu sein) bis zu Uralt-Klischees, die TransFrauen Röcke vorschreiben und TransMännern Damenfahrräder verbieten. Außerdem wird weiterhin Transgendern, die beispielsweise genitalangleichende Maßnahmen nicht wünschen, oftmals jegliches Recht auf ein selbstbestimmtes Leben abgesprochen.

Erst seit relativ kurzer Zeit erstreiten sich auch Transgender das Recht, jenseits von Geschlechtsrollenklischees zu leben. Inwieweit dabei der/die einzelne alte Rollen aufgreift oder für sich neue schafft, ist eine individuelle Entscheidung, die jeder für sich selber treffen muss. Diese Freiheit muss auch die Freiheit enthalten, seinen Körper dem inneren Empfinden und/oder der gewünschten sozialen Rolle anzupassen - oder eben nicht. Gleiches gilt selbstverständlich auch für formale Dinge - wie zum Beispiel dem Namen und Personenstand. Gerade in dieser Hinsicht werden die Schwusos das Bemühen, das TSG entsprechend zu reformieren, unterstützen.

Fundament dieser Entwicklung kann nur ein ständiger Dialog über die Geschlechtrollen in dieser Gesellschaft sein. Dieser Dialog wird bereits seit langem von der Lesben- und Schwulenbewegung geführt. Die besonderen Aspekte von Transgendern wurden dabei aber in der Vergangenheit zu wenig berücksichtigt.

Beschlossen am 15.04.00 in Stuttgart bei 1 Gegenstimme / 1 Enthaltung

5. Rheinische Allgemeine PSYCHOtherapietage


Bonn, 22.- 24.9.99

Köln, 23. Juli 1999

ANGST ESSEN SEELE AUF!

ÄNGSTE VERSTEHEN UND BEHANDELN

[Am Freitag Nachmittag ab 14:00 Uhr (Vortrag) und ab 16:00 Uhr (Seminar) wird das Thema Ängste der Therapeuten/Diagnostiker und der Patienten, am Beispiel Transsexueller behandelt; siehe unten.]

Eine Veranstaltung der

GESELLSCHAFT FÜR ALLGEMEINE PSYCHOTHERAPIE E.V.

Anerkannte Fort- und Weiterbildung (Ärztekammer Nordrhein, Berufsverband Deutscher Psychologen) für Ärzte, Diplom-Psychologen, Diplom-(Sozial-, Heil-) Pädagogen und verbundene Berufsgruppen (Krankenschwester/ pfleger, Erzieher, Ergotherapeuten, Bewegungs-, Kunst-, Tanztherapeuten, etc.)

Der Besuch der Vorlesungen und Seminare ist für eingeschriebene Studenten der Fächer Medizin, Psychologie, Sozial- und Heilpädagogik der Universitäten und Fachhochschulen in Bonn und Köln kostenlos..

Auskünfte und Anmeldung:

Büro Dr. J. Junglas, Kaiser- Karl Ring 20, 53111 Bonn, 
Tel 0 22 8 - 55 1 25 86, Fax 0 22 8 - 55 1 25 00, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tagungsort:

Psychologisches Institut der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität Bonn, Römerstr. 164

Für den Inhalt sind die Referenten verantwortlich! Für Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an diese.

Alter, Helma Katrin; dgti - Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V., Godorfer Hauptstr. 60, 50997 Köln; Tel./Fax: 02236 - 839018 eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vortrag:

Erkennen von und Umgang mit Ängsten 
in der Diagnostik und Therapie Transsexueller

Gerade bei Transsexuellen spielen Ängste oft eine sehr dominierende Rolle, manchmal sogar ohne dass sie erkannt oder richtig eingestuft werden. Ängste des Patienten können teilweise psychotische Dimensionen erreichen und werden, entsprechend meinen Erfahrungen, oft in einer völlig falschen Richtung therapiert, vor allem dann, wenn der/die Patient/in noch nicht den Mut hat, das Wort ,,Transsexualität" selbst auszusprechen. Der erfahrene Therapeut wird niemals dem Patienten suggerieren, ob er denn transsexuell sei, wohl aber erkennen, dass Transsexualität mit eine Ursache für Angstpsychosen sein kann. Dabei sollte er in jedem Fall wissen und bedenken, daß nicht jeder transsexuelle Mensch einen ,,Geschlechtswechsel" anstrebt, sobald er das Wort hört. Wie jede andere Formen von ,,Abweichung" von der ,,Norm" ist Transsexualität eben auch keine Sache von 100 % oder 0 %, sondern es gibt jede Abstufung dazwischen.

Das Seminar zum Vortrag:

Ursache von Ängsten bei Experten und transsexuellen Patienten

In der Behandlung und Diagnostik von Transsexuellen spielen vor allem Ängste eine Rolle, die erst durch den Kontakt mit dem Behandler auftreten, sowohl auf Seiten des Patienten als auch des Behandlers.

Nachruf auf David Reimer


Am 14.05.2004 erreichte uns die Nachricht, daß David Reimer gestorben sei. David Reimer, der als der berühmte John/Joan Fall Wissenschaftsgeschichte machte, beging am 4. Mai 2004, im Alter von 38 Jahren, Suizid.

In Folge einer mißglückten Beschneidung als Kleinkind, bei der sein Penis irreparabel beschädigt wurde, entschieden sich die Eltern auf Rat des berühmten Sexualwissenschaftlers John Money, das Kind als Mädchen aufzuziehen; die noch vorhanden Hoden wurden entfernt, und das Kind mit weiblichen Hormonen behandelt. Money war von diesem Falle besonders begeistert, da Davids eineiiger Zwillingsbruder Bruder Brian als Vergleich dienen konnte.

David Reimer, genannt Brenda, fühlte sich jedoch niemals als Mädchen, und war aufgrund dieser Zuweisung ein zutiefst unglückliches Kind. Als es in der Pubertät, die durch künstliche Hormone ausgelöst werden sollte, zu einer Krise kam, erfuhr er, daß er als Junge geboren worden war, und lebte sofort wieder als Junge. Später heiratete er eine Frau und adoptierte deren Kinder.

Money hingegen propagierte den Fall John/Joan noch jahrelang als durchschlagenden Erfolg seiner Theorie (daß nämlich das Identitätsgeschlecht eines Menschen erst mit etwa drei Jahren entwickelt sei, und vorher beliebig veränderbar sei), obwohl ihm bekannt war, daß das Experiment längst gescheitert war. Aufgrund seiner "Erkenntnisse" werden heute noch intersexuelle Kinder, zum Beispiel solche mir einem sogenannten Micropenis, verstümmelt, mit ähnlichen "Erfolgen". Die Theorien Moneys waren niemals unumstritten; insbesondere Milton Diamond hat viele davon widerlegt.

Money hörte erst damit auf, als sich David Reimer entschloss, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, um anderen Kindern das gleiche Schicksal zu ersparen. Seine Lebensgeschichte schilderte er, zusammen mit dem Autor John Colapinto, in Der Junge, der als Mädchen aufwuchs.

Seine Mutter gab gegenüber der New York Times an, David habe wohl keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen, nachdem er und seine Frau sich getrennt hatten, und er seine Arbeitsstelle verloren hatte; außerdem war er über den Tod seines Zwillingsbruders vor zwei Jahren noch nicht hinweggekommen. Sie sagte aber auch, daß sie glaube, daß ihr Sohn noch am Leben wäre, wenn er nicht das Opfer jenes unglücklichen Experiments geworden wäre, das bei ihm soviel Leid verursachte.

6. Rheinische Allgemeine PSYCHO-therapietage


das vollständige Programm ist unter Psychoforum zu finden. Nachfolgend geben wir die Ankündigungen unserer Dozentin an.

Alter, Helma Katrin; Berufs-, Arbeits- und Sozialpädagogin dgti - Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. Godorfer Hauptstr. 60, 50997 Köln; Tel./Fax: 02236 - 839018 EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vortrag:

Intersexualität und Transidentität - ein medizinisches Konstrukt oder ein kulturelles Problem

Intersexualität - Transsexualität - Transidentität - Transgender - TransFrau - TransMann - Trans* - ..., das sind nicht nur Schlagworte oder verschiedene Begriffe für das gleiche Phänomen. Sie sind ein Spiegelbild unserer heutigen Realität. Sie zeigen die Probleme von Menschen, die auf der Suche nach ihrem Ich sind, in einer gesellschaftlichen Konstruktion, in der es sie eigentlich nicht gibt - obwohl es sie natürlich schon immer gegeben hat. Durch professionelle Hilfen, von "Normalos" entwickelt, werden Teile des Grundgesetzes für die betroffenen Personen außer Kraft gesetzt. Wer die Hilfe nicht erträgt wird "entsorgt, ins soziale Abseits, in die Psychiatrie oder auf den Friedhof. Dies ist nicht primär eine Anklage, eher eine nüchterne Feststellung über die letzten 30 Jahre "Hilfe". 
Literatur: Gleiche Chancen für alle - Transidentität in Deutschland 1998/1999; ISBN: 3-89811-043-5

Seminar 1:

Selbstanamnese - ein therapeutisches "Werkzeug"

Setzt der Psychologe die Methode der schriftlichen Selbstanamnese ein und bringt den Patienten dazu, diese gewissenhaft durchzuführen, so hat sie vor allem einen in seiner Wirkung nicht zu unterschätzenden Vorteil (gegenüber der Anamnese auf reiner Gesprächsbasis). Der Psychologe signalisiert sein Vertrauen in den Patienten. Selbst im Schreiben ungeübte Patienten entwickeln erfahrungsgemäß erstaunliche Fähigkeiten. Im Lauf der Arbeit wird fast immer auch die Fähigkeit zur Selbstkritik und realistischen Selbsteinschätzung deutlich. Sie wird vor allem dem Patienten selbst klar. Die Methode wird vorgestellt und soll kritisch diskutiert werden.

Seminar 2:

Zwangstherapie in diagnostischer, stationärer und forensischer Arbeit

Zwang zur Therapie? - das mag somatisch möglich sein, wenn eine Nichtbehanlung den Patienten gefährdet oder Menschen in seiner Umgebung, z.B. bei Seuchengefahr. Wie aber sieht die Lage aus, wenn es sich um eine Psychotherapie handelt? Kann eine Therapie überhaupt greifen, wenn der Patient annehmen muss, dass er dann, wenn er sich nicht darauf einlässt Nachteile für sich in Kauf nehmen muss? Sind in diesen Fällen Therapieerfolge, was ja der Therapeut beurteilt, dann überhaupt tragfähig? Das Seminar soll vor allem dem Erfahrungsaustausch dienen, nicht nur in der Therapie Transsexueller, sondern vor allem auch bezogen auf Fälle der therapeutischen Nachbetreuung, als Auflage für Entlassung aus forensischen Einrichtungen und stationären Unterbringungen.

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