18 | 11 | 2017

Änderung des Vornamens in der Türkei

Eine persönliche Stellungnahme

Es gibt in der Türkei bzw. im türkischen Kulturkreis keine reguläre Möglichkeit, eine einmal vorgenommene Zuweisung zum männlichen Geschlecht zu revidieren, vergleichbar mit dem TSG oder Gesetzen in europäischen Ländern bzw. in den USA und Canada. Selbst die Einzelfälle, bei denen dies geschehen ist, werden von ihren *Landsmännern* als Männer angesehen. Trauriges Beispiel ist jene Post-OP, die nach wie vor als *Buelent Ersoy* durch die Lande tingelt (für diejenigen, die des Tuerkischen nicht mächtig sind: 'Buelent' ist ein Männername).

Grund fuer diesen Sachverhalt ist eine rigide Trennung von männlich und weiblich, die nicht nur die Geschlechtsrollen betrifft, sondern auch den Phaenotypus, also die körperliche Erscheinungsform.

Beispiel: große deutsche Frauen, erst recht TS, Post-OPs, TGs werden von türkischen Männern nur in Ausnahmefaellen als Frauen wahrgenommen. Meist werden sie als effiminierte männliche Homosexuelle eingeordnet, die in der sozialen Hierarchie unterhalb von Frauen rangieren. Es ist ziemlich aussichtslos, denen zu erklären, daß der Betreffende eine Frau vor sich habe. Das wird allenfalls ungläubig zur Kenntnis genommen. Deutsche Frauen werden übrigens von derselben Bevölkerungsgruppe als allseits verfügbare Prostituierte betrachtet.

Falls Du diese Einschätzung für rassistisch überzogen oder rechtsradikal hältst: sie basiert auf jahrelangen Erfahrungen, und keineswegs nur meinen eigenen. Ich persönlich kann dieses ewige Multi-Kulti-Gewäsch nicht mehr hören. Die andere Seite, die türkischen Männer (leider auch die meisten türkischen Frauen, die aus sozialem oder sonstigem Druck mitziehen) lachen sich einen Ast ab, während Deutsche aus falsch verstandenem Liberalismus ihnen entgegenkommen. Wer uns nicht entgegenkommt, das sind die Türken, auch hier. Und ein Großteil von ihnen ist sehr rechts; für die ist Kohl noch ein Kommunist.

Türkischen TS kann ich daher nur empfehlen, in ein Land zu gehen, wo sie schnell die dortige Staatsbürgerschaft erhalten (z.B. Kanada). Aber das bedeutet dann eben den Bruch mit ihrer kulturellen Tradition, in der ein Wechsel des Geschlechts absolut nicht vorgesehen ist.

Gruß,

***** (z.Z. im Praktikum in Deuschland)

© Helma Katrin Alter dgti 1998