|
Deutsche
Gesellschaft für Transidentität
und Intersexualität e.V.
|
|||||||
|
|
|||||||
Aktion "Transgender in den Koalitionsvertrag"Am Montag haben wohl viele erst einmal aufgeatmet haben, daß wir
von einer schwarz-gelben Regierung verschont geblieben sind. Aber auch
Rot-Grün wird nicht von selbst in Hektik zum Thema Transgender und
IS ausbrechen. Daher wäre es jetzt sinnvoll, zu versuchen, daß
die Transgender- und IS-Problematik in den Koalitionsvertrag mit aufgenommen
wird. Aber selbst falls es nicht funktionieren sollte, hätten wenigstens viele Abgeordnete der Regierungsfraktionen schon einmal von dem Problem gehört. Eine ähnliche Aktion betreffs der Oppostionsparteien kann man eventuell später starten; wichtiger ist im Moment aber der Koalitionsvertrag. Ihr werdet feststellen, daß die Forderung an die Abgeordneten (noch)
recht vage formuliert sind - wir wollen den Fehler nicht nochmals machen,
den wir mit dem TrGG-Entwurf gemacht haben, und einen neuen Vorschlag
von Anfang an auf eine breite Basis stellen. (Versucht hatten wir es ja,
aber das scheiterte aus vielen Gründen.) Um das Thema in den Koalitionsvertrag zu bekommen, sollten jede/r einzelne von uns, der/die diese Forderung unterstützt, den untenstehenden Brief - oder selbstformulierte natürlich - an diejenigen Abgeordneten der Regierungsparteien verschicken, die in ihrem Wahlkreis kandidiert haben und im Bundestag sitzen. Ob Sackpost oder eMail ist dabei egal, aber ihr solltet euren vollen Namen (ggf. natürlich den neuen Namen, auch wenn der nicht amtlich ist!) benutzen. Anonyme Briefe sind nicht ganz so wirkungsvoll, vorsichtig formuliert. Selbstverständlich können auch Abgeordnete aus benachbarten
Wahlkreisen und bei den Grünen der/die Nächstliegende angeschrieben
werden, ein gewisser lokaler Bezug sollte aber vorhanden sein, damit die
merken, wir sind auch Wähler. Außerdem macht es auch klar,
daß Transgender und IS nicht nur etwas sind, was in den Subkulturen
der großen Städte existiert. Es schadet natürlich nix,
wenn ein/e Abgeordnete/r von mehr als einer Person angeschrieben wird! Legt euch die Adressen der Abgeordneten, an die ihr schreibt, auf Wiedervorlage. Eine schriftlich Nachfrage, oder gar mal im Büro vor Ort oder auf einer Veranstaltung, ist durchaus wirkungsvoll! Wir schlagen auch vor, daß ihr die Briefe in Kopie an zwei Menschen
schickt, die sich dieses Themas bereits angenommen haben: Volker Beck
von den Grünen und Renate Schmidt von der SPD. Die Adressen: renate.schmidt@spd.de Die gewählten Abgeordneten findet ihr hier: Wenn viele von Euch mitmachen, haben wir auf jeden Fall erreicht, daß die Abgeordneten wenigstens schon einmal etwas von dem Thema gehört haben - und mit ein bischen Glück steht's im Koalitionsvertrag. Köln, den 28.09.2002 Vorschlag für den Brief an die Abgeordneten:[Der Brief kann selbstverständlich auch mit Vornamen und Du geschrieben werden; wenn ihr also lieber Du schreiben wollt, halt entsprechend ändern] Liebe/r Frau/Herr XXX, herzlichen Glückwunsch zunächst einmal zu dem hervorragenden Wahlergebnis, ich freue mich sehr, daß wir auch in den nächsten vier Jahren eine rot-grüne Regierung haben werden. Ich möchte mich heute an Sie mit einem wichtigen Anliegen wenden, nämlich der rechtlichen Situation von Transgendern (Transidenten, Transsexuellen etc) und intersexuellen Menschen. [Hier wäre eine kurze Vorstellung nicht schlecht. Name, Alter, und vielleicht, warum ihr euch vom Thema betroffen fühlt; bei Transgendern wenn ihr wollt auch ein super-kurzer Abriss eurer Geschichte. 2-3 Sätze sollten reichen; Romane werden eventuell nicht gelesen.] Bereits in der letzten Legislaturperiode kam das Thema Transgender kurz
auf die Tagesordnung, als es um die eingetragene Lebenspartnerschaft ging.
Vertreter von Transgendern stimmten damals zu, daß das Thema schlicht
ignoriert werden sollte, da es ansonsten entweder zu einer weiteren -
und sicherlich längeren - Verzögerung des Lebenspartnerschaftsgesetzes
gekommen wäre, oder aber zu einer weiteren Verschlechterung der Situation
von Transgender. [Hier würde sich ein kurzer Einschub mit euren *persönlichen* Problemen mit dem TSG anbieten. Auch schon ein Hinweis, daß z.B. allein die Vornamensänderung so und so lange gedauert habe und so und so viel gekostet habe, wäre schon sehr hilfreich. Mehr ist natürlich besser, aber macht keine Romane draus.] In dem obengenannten Entwurf wurden auch die Belange von intersexuellen
Menschen berücksichtigt. [Hier würde sich ein entsprechender Einschub anbieten, falls ihr IS seid und bereits irgendwelche Probleme deswegen hattet - und sei es "nur" die Verweigerung eines TSG-Verfahrens. Erst recht natürlich, wenn ihr als Kinder bereits behandelt/operiert/verstümmelt wurdet.] Durch die anstehenden Wahlen kam es aber weder im Bereich Transgender noch im Bereich Intersexualität zu irgendwelchen gesetzgeberischen Aktivitäten. [!!! Achtung! Von den folgenden beiden Absätzen natürlich
nur jeweils EINEN abschicken! !!!] In den Wahlprüfsteinen des LSVD gab die SPD an, das TSG reformieren zu wollen und dabei vor allem auch die Transgender selber in dieses Vorhaben mit einzubeziehen. Ich hoffe natürlich, daß auch die Situation von Intersexuellen Ihnen nicht gleichgültig ist. Die Antworten auf die Kleinen Anfragen der PDS zu diesen Themen zeigen ja, daß noch sehr viel Refombedarf besteht.
Ein weiteres Problem, welches aber nicht durch eine Neufassung des TSG
gelöst werden kann, ist die ausgesprochen problematische Situation
bei der medizinischen Behandlung von Transgendern; so sind bestehende
Richtlinien zur Kostenübernahme unzumutbar, durch nichts sachlich
zu begründen, und sie verursachen der Allgemeinheit völlig unnötige
Kosten in Millionenhöhe. Auf jeden Fall aber hoffe ich, daß Sie mein Anliegen, eine Neufassung
des TSG und die rechliche Regelung der Belange von intersexuellen Menschen
in den Koalitionsvertrag aufzunehmen, unterstützen werden. Mit freundlichen Grüßen |
|||||||
|
www.dgti.org/
tg-koalitionsvertr.htm
|
|||||||