Behandlungsempfehlungen
Im Unterschied zu "Standards der Begutachtung und Behandlung" Transsexueller, gleichgültig von wem solche Standards entwickelt sind, gibt es noch Behandlungsempfehlungen. Sie entstehen meist in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen und Mitarbeitern medizinischer Dienste. Manchmal sind an solchen Arbeitskreisen auch Betroffene beteiligt, meist jedoch die Ausnahme.
Grundsätzliches:
Behandlungsempfehlungen kommen auf drei verschiedenen Wegen ins Spiel,
unabhängig davon um welche Diagnose oder Heilbehandlung es geht (also
nicht nur bei einem "transsexuellen Syndrom"):
1. Wenn ein Arzt sich in ein Sachgebiet
einarbeitet oder darin weiterbildet und sich dabei der Informationsquellen
an spezialisierten Universitäten bedient oder sich von fachkompetenten
Spezialisten des MDK informieren läßt.
2. Wenn sich zu einem bestimmten Krankheitsbild
Fachgruppen oder Fachgesellschaften bilden und diese ihre Ergebnisse publizieren
3. Wenn eine Krankenkasse auf Grund der
gesetzlichen Regelungen verpflichtet ist den MDKeinzuschalten, vor der
Kostenzusage zu einer bestimmten Heilmaßnahme, unabhängig davon,
ob der Erbringer einer Leistung oder der Leistungsempfänger den Antrag
stellt. (Aus diesem Grund sind Aussagen verschiedener MDK's auch immer
mit dem Hinweis auf Kostenübernahmepflicht verbunden.)
Arbeitskreise und Behandlungsempfehlungen existieren (soweit dies der dgti bekannt ist) in
- Nordbayern unter Leitung des Sexualmedizinischen Institutes in Erlangen
- in Nürnberg, zwischen frei praktizierenden Ärzten, Psychologen
und Betroffenen
- Südbayern / München
- in Hessen unter der Federführung der Sexualmedizinischen Abt. der
Uni Frankfurt/Main
- in Rheinland-Pfalz an der Uni Mainz
- in Nordrhein-Westfalen unter Federführung des
MDK-Nordrhein, Brief der TK
- in Niedersachsen unter Federführung der Uni Hannover
- in Berlin unter Federführung des MDK, Dr. Pfeiffer
- in Schleswig-Holstein unter Federführung der Uni Kiel
Die Liste wird vervollständigt und präzisiert, sobald uns jeweils mehr Informationen zur Verfügung stehen. Wenn weitergehende Informationen zu einem Arbeitskreis vorliegen, dann wird er mit einem Link unterlegt. Inhaltliche Aussagen können wir nur dort machen, wo uns gesicherte Erkenntnisse vorliegen (vom Hören und Sagen zählt nicht!). Veröffentlichungen obiger Arbeitskreise oder von Einzelpersonen der Universitäten oder MDK's werden nicht kommentiert. Wir verweisen dahingehend auf den Leitfaden "Transsexuell - und nun?"
Leitfaden
Auszug aus den Unterlagen der Seminarreihe "Transsexuell
- und nun?"
für Ärzte, Psychologen und Helfer
von © Helma Katrin Alter
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