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Aufruf an Eltern und junge Transgender
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(Kinder und Jugendliche, die noch vor der Pubertät oder vor
deren Ende stehen
und sich nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig
empfinden)
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Köln, den 16.Februar 2005
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Seit Veröffentlichung des Sachbuches "Gleiche
Chancen für alle" Anfang 2000, in dem ein Kapitel "
Eltern und Kinder" das Thema gegengeschlechtliches Verhalten
/ transidentisches Verhalten von mir behandelt wurde, spätestens
aber durch die Berichte über die Behandlung von Kindern, die
noch nicht die Pubertät erreicht haben, in den Medien seit Anfang
2004 ist es auch für die Öffentlichkeit deutlich geworden,
dass es Handlungsbedarf gibt. Ich selbst berate und begleite bereits
seit Ende 1995 Eltern und Kinder, bei denen das " Problem"
einer gegengeschlechtlichen Entwicklung vorliegt.
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Immer wieder wurde auch die verzweifelte Frage gestellt, ob es nicht
Gruppen gäbe, in denen sich Eltern oder ihre Kinder austauschen
können, so wie dies schon seit fast 30 Jahren in den Niederlanden
möglich ist. Da auch ich in der Beratung an die Schweigepflicht
gebunden bin, konnte ich solche Kontakte nicht herstellen. Da es aber
sehr wichtig ist, dass einzelne Eltern und Kinder nicht glauben sie
seien alleine betroffen, biete ich den Weg eines " Pools für
Eltern und Kinder" an.
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Wer seine Adresse, Telefonnummer und falls vorhanden e-mail
Adresse, sowie Name (Geburtsname und Name des gefühlten Geschlechtes)
und Geburtsdatum seines Kindes bei mir meldet bekommt alle entsprechenden
Daten der bereits im Pool befindlichen Anmeldungen. Seine Daten werden
entsprechend an die bereits gemeldeten Adressen weitergegeben.
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Jeder, der sich in den Pool eintragen lässt verpflichtet
sich die ihm dann zur Verfügung gestellten Daten nur für
Kontakte untereinander zu nutzen und absolute Diskretion über
die Daten der anderen Poolteilnehmer nach außen zu wahren.
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Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der bereits
eingetragenen Eltern und Kindern/Jugendlichen ist eine Anmeldung in
den Pool nur auf dem Postwege möglich, mit der Verpflichtungserklärung
die " Spielregeln" einzuhalten.
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Der Pool wird in der Bundesgeschäftsstelle der dgti
in Köln-Godorf verwaltet. Vor der Aufnahme einer neuen Adresse
verpflichte ich mich, den bereits Eingetragenen gegenüber, auf
geeignete Weise zu prüfen, dass die Neuanmeldung tatsächlich
nur den vorgesehenen Zielen und Aufgaben entspricht. Die Poolverwaltung
berührt die Schweigepflicht, in Bezug auf Einzelberatung/Betreuung
und sonstige Dienstleistungen der dgti nicht; sie ist absolut gewährleistet.
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Die Kontakte der im Pool eingebrachten Teilnehmer untereinander
werden von der dgti weder forciert noch kontrolliert.
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Liegen von einem Poolteilnehmer Beschwerden gegen einen
anderen Teilnehmer vor, so kann dieser andere Poolteilnehmer vom Pool
ausgeschlossen werden, wenn mindestens zwei weitere Teilnehmer diese
Beschwerde unterstützen. Der vom Ausschluss bedrohte Teilnehmer
wird von der Poolverwaltung telefonisch oder schriftlich angehört.
Bei einem Ausschluss ist der Ausgeschlossene verpflichtet alle ihm
bis dahin zur Verfügung gestellten Adressen und Kontaktmöglichkeiten
zu vernichten. Zuwiderhandlungen werden zum Schutz der anderen Teilnehmer
rechtlich verfolgt.
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Es wird sicher zu Beginn dieser Aktion der Eindruck entstehen, es
gäbe nur sehr weit über Deutschland verteilt die Fälle
von abweichender Geschlechtsidentität bei Kindern und Jugendlichen.
Sie können aber versichert sein, dass sehr bald deutlich werden
wird, dass dies so häufig vorkommt, dass schon bald regionale
Verbindungen möglich sein werden. Dieses Poolangebot ist sicher
nur ein Anfang, mit dem es aber möglich sein wird eine Einsicht,
die in den Niederlanden schon seit Jahrzehnten besteht, auch in Deutschland
zu erreichen. Aus den Lebensläufen von Transfrauen, Transmännern
(früher als Transsexuelle MzF oder FzM bezeichnet) und Intersexuellen
wissen alle an der Beratung, Diagnostik, Therapie und Begutachtung
Beteiligten, dass sowohl intersexuell bedingte Geschlechtsabweichungen,
als auch Abweichungen der Geschlechtsidentität von Geburt an
vorliegen. Eine pseudowissenschaftliche und juristische Einengung
auf zwei Geschlechter, der sowohl medizinisch als auch juristisch
keine Definition zu Grunde liegt, führte und führt auch
heute noch zu völlig falschen erzieherischen, psychologischen
und medizinischen Handlungsansätzen.
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Die Existenz von Transgendern - Transfrauen, Transmännern und
Intersexuellen - ist naturgegeben, oder eben auch ein Teil der Vielfalt
der Schöpfung. Kein Mensch wird erst im Laufe seines Lebens so,
er ist es von Anfang an. Lediglich in Abhängigkeit vom sozialen
Umfeld, der Erziehung, der Aufklärung und den Kompensationsräumen
eines Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen wird es früher oder
erst später deutlich, dass ein Mensch Transgender ist, also nicht
in die Klischees eines ausschließlich binär verstandenen
Geschlechtes passt (siehe auch den Aufsatz: " Was ist Geschlecht"
bei www.dgti.org). -
Ich lade Sie ein, sich am Pool für Eltern und junge Transgender
zu beteiligen. Dies kann ein erster Schritt sein die Lage für
junge Menschen und ihr gesamtes soziales Umfeld zu verbessern. Eine
abweichende Geschlechtsidentität kann bereits dann sichtbar werden,
wenn sich ihr Kind zu artikulieren beginnt, also im Alter von 2 -4
Jahren. Lesen Sie dazu den Ausschnitt
aus dem Eingangs genannten Sachbuch, Kap. 4.5 -
Mit freundlichen Grüßen
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gez. Helma Katrin Alter
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Beratungsstelle Köln der dgti
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Postanschrift:
dgti e.V.
c/o Helma Katrin Alter
Godorfer Hauptstr. 60
50997 Köln
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