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Stellungnahme der dgti

zur Antwort der Bundesregierung

auf die Kleine Anfrage der Abg. Christina Schenk und der Fraktion der PDS
BT-Drs. 14/5425

 

Der Fragenkatalog der Abgeordneten Christina Schenk ist in mehrere Gruppen eingeteilt:

A Grundsätzliches und statistische Fragen
B Zur Geschichte
C Zur Situation Intersexueller
D Zur medizinischen Praxis
E Zur rechtlichen Situation Intersexueller

Die Antwort der Bundesregierung beginnt mit einem Vorwort.

1. zum Vorwort:

In ihrem Vorwort zur Antwort auf die Anfrage der PDS schreibt die Bundesregierung "Entgegen der hier vorgetragenen Auffassung (die der Sexualwissenschaft, dass Zweigeschlechtlichkeit keine natürliche und unumstößliche Wahrheit sei) ist in der ganz überwiegenden Zahl aller Menschen anatomisch, gonadal, hormonell und chromosomal, darüber hinaus aber auch funktionell eine eindeutige Unterscheidung des männlichen vom weiblichen Geschlecht möglich." Obwohl sich die Bundesregierung an anderen Stellen immer wieder auf die Aussagen der Wissenschaft beruft, negiert sie gleich zu Beginn Aussagen der Wissenschaft. Dieses Vorgehen ist nicht nur inkonsequent sondern sogar "dumm".

Gleich anschließend schreibt die Bundesregierung, Intersexualität sei eine Abweichung von der Norm. Denkt man diese Aussage in letzter Konsequenz weiter, dann würde dies ja bedeuten, dass es im Sinne der Menschheit sei, jedenfalls aus der Sicht der Bundesregierung, dass Klonen die anzustrebende Form der Fortpflanzung sei, denn nur mit dieser Methode lässt sich ein genormter Mensch herstellen. Die Regierung stellt sich damit auch ausdrücklich außerhalb christlicher Werte, auf die sie sich andererseits gerne beruft. Eine der wichtigsten Aussagen aller christlichen Glaubensrichtungen ist es doch, dass jeder Mensch ein einmaliges, nicht reproduzierbares Individuum ist, also eben gerade nicht normierbar.

Jedem Leser der Antwort der Bundesregierung sollte, ebenso wie jedem Abgeordneten, klar sein, dass natürlich nicht primär die Bundesregierung die Fragen beantwortet hat, sondern Expertengruppen im Dienste der Bundesregierung diese Aufgabe erfüllt haben. Die Zuarbeit der Experten konnte natürlich nur aus deren Sicht erfolgen, da die Sichtweise der Betroffenen und der mit den Betroffenen arbeitenden Organisationen und Beratungsstellen nicht abgefragt wurde. So ist es zunächst für den Laien wenig verwunderlich, dass die Regierung keinen politischen Handlungsbedarf sehen kann oder will.

Die dgti wird sich bemühen sachlich zu bleiben und zu informieren, nicht polemisieren.

* Sie wird auf Lücken in den zur Verfügung gestellten Informationen hinweisen.
* Sie wird Ungereimtheiten, die sich aus Begründungen ergeben aufdecken.
* Sie wird unterschlagene Zusammenhänge aufdecken.
* Sie wird Einengungen des Horizontes aufbrechen.
* Sie wird aber auch, dort wo es nötig ist, ihren Ärger zum Ausdruck bringen.

Es gibt noch vieles was zum Vorwort zu sagen wäre, später aber sowieso aufgegriffen werden muss, wenn die einzelnen Abschnitte behandelt werden.

Die Abschnitte A - E sind mit einem Link unterlegt sobald sie zur Verfügung stehen.

A - - - B - - - C - - - D - - - E

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