20 | 11 | 2017

Gesellschaft, Kultur und Erziehung
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Ende 1999 bildete sich die Projektgruppe "Geschlecht und Gesetz", die am 20.11.00 in Berlin den Entwurf eines Transgendergesetzes TrGG vorstellte. Dieses Gesetz soll Menschen, die nicht in die simplen Klassifizierungen von männlich und weiblich passen, in die Lage versetzen ihr Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit in die Praxis umzusetzen. Es soll auch verhindern, dass Erwachsene vorschnell, basierend auf veralteten oder sogar falschen "Erkenntnissen", in die Lage gebracht werden, dass sie ihren Kindern dieses Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit vorenthalten.

Das Wissen der Experten wurde jahrzehntelang ungeprüft in der Ausbildung von Medizinern und Psychologen einfach weitergegeben. Transgendern und ihren Eltern blieb in der Regel nichts anderes übrig, als sich auf die Aussagen der Fachleute zu verlassen. Die Betroffenen aber wurden um das Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit, wie es das Grundgesetz garantiert, jedoch betrogen - und niemand fühlte sich dabei schuldig.

Es scheint sogar so zu sein, dass sich das Gegenteil verfestigt hat. Auf eine kleine Anfrage der PDS an die Bundesregierung wurde dieser geantwortet. So weit mir aus der Antwort bereits Teile zur Verfügung stehen ist der Haupttenor: Zum Wohle des Kindes und einer gesunden Entwicklung der Geschlechtsidentität ist eine eindeutige Zuweisung, nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlich. Es ist notwendig, dass Kinder eindeutig männlich oder weiblich aufwachsen und vor allem in der Erziehung der einmal gefasste Beschluss der Zuweisung konsequent durchgehalten wird.

Der amerikanische Wissenschaftler John P. J. Pinel schreibt in seinem Werk "Biopsychologie" (übersetzt für die Ausbildung an deutschen Universitäten, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg Berlin):

"Ein Mann ist ein Mann, und eine Frau ist eine Frau"

Fast jeder schleppt beim Thema Hormone und Sexualität überflüssigen Ballast mit sich herum und zwar die Vorstellung: "Ein Mann ist ein Mann, und eine Frau ist eine Frau". Diese Auffassung ist verführerisch, denn sie scheint uns so selbstverständlich, dass wir uns ständig zu ihr hingezogen fühlen, ohne dass uns andere Möglichkeiten überhaupt in den Sinn kommen.

Leider hat diese Vorstellung grundlegende Mängel.

Sie verführt dazu, "Weiblichkeit" und "Männlichkeit" als sich wechselseitig ausschließende, gegensätzliche Kategorien anzusehen. Im Zusammenhang mit Hormonen und Sexualität führt diese weitverbreitete Sichtweise zu der Annahme, dass Frauen durch weibliche Geschlechtshormone weibliche Körpermerkmale und frauentypisches Verhalten bekommen, während Männer mit männlichen Geschlechtshormonen ausgestattet sind, die männliche Körper und männliches Verhalten hervorrufen.

Dieser falsche Ansatz hält sich durch seine Simplizität, seine Schwarz-Weiß Malerei, und weil wir uns daran gewöhnt haben.