24 | 11 | 2017

Zentrale Anlaufstelle Transidentitätdes Landes Nordrhein-Westfalen
Gleiche Chancen in Beruf und Gesellschaft

auch für Menschen
mit abweichender
Geschlechtsidentität

Transidenten in NRW

Einführung in das Pilotprojekt für NRW zur "Transidentenbetreuung" und Probleme der Kosten

  1. Versuch einer Bestandsaufnahme
  2. Desiderata
  3. Problem der Kosten

1. Versuch einer Bestandsaufnahme

Zunächst fällt dem Leser hoffentlich auf, daß ich von einem Versuch und einer Bestandsaufnahme spreche und nicht von "der" Ist-Standanalyse! Ich habe dafür, auch wenn er vielleicht zu simpel erscheint, einen einfachen Grund: Den betroffenen Menschen muß wirkungsvoll geholfen werden und die Sozialgemeinschaft muß von der Methode der versteckten Kosten befreit werden. Gerade diese sind um ein vielfaches höher als die Kosten für dieses Projekt und die gleichzeitig möglichen Einsparungen! Diese Prognose will ich bewußt einfach im Raum stehen lassen. Ein weiterer Grund ist, daß es in unserer Gesellschaft zu einer "guten Übung" geworden ist, statt über ein Problem mit nachzudenken,

... zuerst nach der Kompetenz des Vortragenden zu fragen, auch dann, wenn vor allem Denkanstöße geliefert worden sind.

... statistische Beweise zu verlangen, und falls diese vorliegen, eben die zugrunde gelegte Basis oder die Auswertung der Statistik anzuzweifeln.

... den wissenschaftlichen Beleg für eine Aussage zu fordern und die Quellen, die zu ihm geführt haben anzuzweifeln.

...

Meine Kompetenz ergibt sich aus einer 30-jährigen Berufserfahrung im beruflichen Bildungswesen mit Jugendlichen und Erwachsenen, aus der eigenen Betroffenheit und der Beratungstätigkeit in NRW, der Mitgliedschaft und Zusammenarbeit mit TRANSIDENTITAS e.V. bis Ende 1997 und dessen Betreuungsarbeit seit 1984 (ich brauchte "das Rad nicht neu erfinden"!), der Zusammenarbeit mit sozialen, kirchlichen und politischen Einrichtungen und der Öffentlichkeitsarbeit, z.B. auch im Zusammenhang mit Aufklärung durch die Medien und die daraus resultierenden Reaktionen. Alle diese Erfahrungen geben mir auch den Mut eine Bestandsaufnahme zu wagen, wohl wissend, daß ihr keine entsprechende Feldforschung vorausgegangen ist.

Darüber hinaus hat meine eigene soziale Integration, seit Mitte 1994 als ich den „Seitenwechsel" für mich vollzogen habe - also nicht mehr bereit war mir und der Gesellschaft die Rolle Mann vorzuspielen, erheblich dazu beigetragen eine erweiterte Blickweise zuzulassen. Ich bin in meiner Kirchengemeinde voll integriert, für den SPD-Ortsverein als Delegierte in die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen auf Unterbezirksebene gewählt (AsF) und gehöre als ehrenamtliche Vertreterin dem Beschwerderat Psychiatrie der PSAG-Köln an.

1.1 Kenntnisstand der Menschen in NRW

Durch die Medien wurde, gerade in den letzten drei Jahren, immer wieder Gelegenheit gegeben, sich mit dem Thema der Transsexualität, wie es eben im Amtsdeutsch heißt, auseinander zu setzen. Jeder Mensch - Eltern, Betroffene und Partner, Ärzte und Psychologen, Mitarbeiter in Krankenkassen, sozialen Einrichtungen und Behörden - weiß, daß es Transidenten gibt, Mann-zu-Frau und Frau-zu-Mann. Viele finden dieses Phänomen exotisch oder interessant, andere lehnen es völlig ab, dritte haken das Wissen unter Berufung auf ihre eigene Toleranz ab (ob die sich aber auch dann noch bewährt, wenn es in der direkten Umgebung oder Familie auftritt?).

Wie aber steht es um die Auseinandersetzung mit dem Problem durch Nichtbetroffene und potentielle Helfer in Beratungseinrichtungen? Auch in NRW bleibt sie weitgehend dem Zufall und/oder der Einzelinitiative überlassen. Es ist weder möglich noch sinnvoll, alle denkbaren Anlaufstellen mit kompetenten Mitarbeitern zu besetzen. Es ist aber eine unsinnige Verschwendung von Zeit, Energie und Geld, die vorhandenen Kompetenzen weder zu vernetzen, noch für Betroffene greifbar zu machen.

Versuche, die bei Pro Familia unternommen wurden, sind weitgehend nur bei Pro Familia bekannt, inzwischen im Sande verlaufen. Ein seit 1992 in Köln nicht mehr bestehendes Projekt der hauptamtlichen Beratung war nicht einmal bei allen behandelnden Ärzten bekannt. Die Kenntnis über die Tatsache, daß seit 1985 von TRANSIDENTITAS e.V. jährlich in Frankfurt eine Fachtagung für Betroffene, Angehörige und Betreuer stattfindet, liegt überwiegend, wenn sie überhaupt bekannt ist, bei den Akten. Vorhandene Selbsthilfegruppen scheuen häufig die Bekanntgabe ihrer eigenen Existenz und mögliche Informationswege, meist aus Angst, sie könnten vereinnahmt oder beeinflußt werden.

Um es nochmals ganz deutlich zu sagen: Es gibt auch in NRW hervorragend arbeitende Selbsthilfegruppen. Es gibt Ärzte und Psychotherapeuten mit sehr großer und langer Erfahrung auf dem Gebiet der Transidentenbetreuung, es gibt Beratungseinrichtungen mit kompetentem Personal. Betroffene Menschen, und Menschen die ihnen helfen wollen, haben davon aber mehrheitlich keine Kenntnis. Es bleibt dem Zufall überlassen, wie lange die Suche nach Hilfe dauert und wo der Betroffene letztendlich landet.

Zentrale Forderung ist demnach die Schaffung möglichst einfacher und wirkungsvoller Informationswege zu einer Erstberatung hin. Im nächsten Schritt muß erreicht werden, die Wege offen zu halten und aktuelle Veränderungen zu berücksichtigen. Dies klingt zwar zunächst nach Verwaltung und Bürokratisierung, jeder der einen Transidenten schon einmal bei diesem ersten Schritt begleitet hat, weiß aber, wie wichtig ein schneller Erstkontakt ist. Es sollte auch klar sein, daß für Betroffene nichts schlimmer ist, als beim ersten Hilfeersuchen auf verständnislose oder hilflose Menschen zu stoßen.

Besonders tragisch erscheint mir, daß auch in NRW selbst bei den meisten Krankenkassen und ihren Außenstellen die Betroffenen keine Kontaktadressen zu Beratungsstellen oder Selbsthilfeeinrichtungen erhalten können, weil sie entweder nicht vorliegen oder niemand mehr weiß, daß Listen überhaupt existieren. Aber auch überregional arbeitende Gruppen wie TRANSIDENTITAS e.V., Bund der Transsexuellen in Deutschland (der sich aber 1996 aufgelöst hat) oder Pro Familia haben keine umfassende Kenntnis über Möglichkeiten der Hilfe.

Fasse ich alle bei den genannten Organisationen vorliegenden Informationen zusammen, so ergeben sich für NRW: 1 Anlaufstelle in Düsseldorf, 2 in Essen, 1 in Münster, 2 in Köln, 1 in Aachen und 1 in Bonn. Eine Zusammenarbeit der Anlaufstellen findet aus den verschiedensten Gründen nur in Ausnahmefällen statt, teilweise haben sie gar keine Kenntnis voneinander. Ein vom MDK initiierter Arbeitskreis „Transsexualität", für Ärzte und Psychologen, erscheint in mancherlei Hinsicht, auch wenn dies sicher nicht so gedacht ist, wie ein „Geheimbund". Auch der Kreis „Leiter von SHG’s in NRW" läd nur persönlich ein und grenzt aus (auf die Gründe, berechtigt oder nicht, will ich hier nicht eingehen).

1.2 Umfang der Betroffenheit

Schon in der Einleitung sprach ich von den verschiedenen Gesichtspunkten unter denen die Zahl der Betroffenen gesehen wird. Im Jahr 1995, beim "Harry Benjamin International Gender Symposium" in Kloster Irsee, auf dem sich 200 Wissenschaftler aus aller Welt zum Thema "Transsexualität" trafen, wurde eine neue Zahl ins Spiel gebracht. Seit Inkrafttreten des Transsexuellengesetzes Ende 1980 hat eine Erhebung bei den Amtsgerichten ergeben, daß in den ersten 10 Jahren etwa 1.200 Menschen von der Möglichkeit der Namensänderung, mit oder ohne Personenstandsänderung, Gebrauch gemacht haben (nur Westdeutschland und West-Berlin).

Bei der gleichen Tagung kam zur Sprache, daß das Verhältnis von Mann-zu-Frau-Transidentinnen zu Frau-zu-Mann-Transidenten in den 80er Jahren 14:1 betrug und heute in Deutschland bei 2:1 liegt. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob nun der Anteil der Mann-zu-Frau-Transidentinnen um den Faktor 7 zurückgegangen ist oder es heute siebenmal so viele Frau-zu-Mann-Transidenten gibt wie früher. Eines ist mit Sicherheit klar, beide Vermutungen sind falsch! Die Zahl beider Gruppen, die heute bei Gerichten und Ärzten "sichtbar" werden ist gestiegen, die der Frau-zu-Mann-Transidenten dabei überproportional. Die Betroffenenzahl war aber schon immer höher als der Teil, der zur Kenntnis genommen wurde.

Unabhängig von den veröffentlichten Zahlen stellt sich aber die Frage, ob diese den Betroffenen etwas nützen oder ihnen gerecht werden.

Auf NRW umgerechnet würde es bedeuten, daß seit der Einführung des TSG in unserem Bundesland ca. 300 Menschen den Weg der gerichtlichen Anerkennung hinter sich gebracht haben. In einer Erhebung unter behandelnden Ärzten wurde eine Betroffenenzahl von 6.000 - 8.000 ermittelt und in einem Fachblatt für Mediziner veröffentlicht. Für NRW wären dies entsprechend 1.350 - 1.800 Personen, die sich 1983, denn aus dieser Zeit stammt diese Erhebung, in Behandlung befanden oder schon ihr Ziel erreicht hatten. Legt man die in Amerika entwickelten Maßstäbe an, begründet und weiterentwickelt auf der von Harry Benjamin (1884 in Berlin geborener Endokrinologe) in Amerika geleisteten Arbeit und Untersuchung der Transsexualität, so ergibt sich für NRW eine Zahl von ca. 35.000 - 40.000 Transidenten.

Ob nun von 300, 1.500 oder 35.000 ausgegangen wird, es ändert sich nichts an der Tatsache, daß das Erkennen der eigenen Andersartigkeit und das Heraustreten an die Öffentlichkeit, zunächst gegenüber engen Vertrauten, Beratungseinrichtungen oder Ärzten, ein Prozeß ist und damit Zahlen immer im Fluß sein werden. Es geht aber nicht um Zahlen, sondern um Menschen.

1.3 Begutachtung und Behandlung

Das Transsexuellengesetz regelt eindeutig die für Betroffene vorgeschriebene Begutachtung. Es verlangt zwei unabhängige Gutachten von mit der Materie der Transsexualität vertrauten Gutachtern. Es wird von "Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft" gesprochen, das Thema also in den Bereich der Medizin verlagert. Auf der anderen Seite war sich der Gesetzgeber aber sicher schon bewußt, daß es sich um ein sehr schwieriges Unterfangen handelt, mit dem TSG den Betroffenen zu ihrer Menschenwürde zu verhelfen. Der Beweis ist nämlich schon dann erbracht, wenn bestätigt wird, daß sich das Zugehörigkeitsempfinden des Antragstellers "mit hoher Wahrscheinlichkeit" nicht mehr ändern wird.

Auch in NRW gab es nach 1980 einen regelrechten Boom von Ärzten, die bereit waren zu behandeln und zu begutachten. Die Zahl der Gutachter ist jedoch rückläufig, die Zahl der Hilfesuchenden dagegen steigend. Außerdem ist es für Betroffene kaum möglich, sich ihren behandelnden Arzt und/oder Gutachter auszusuchen.

Die wenigen Ärzte, deren Namen bekannt sind, erstellen entweder keine Gutachten mehr, führen u.U. auch keine Behandlung mehr durch, oder sie sind rettungslos überlaufen. Oft kann nicht einmal der Hausarzt oder ein anderer Arzt, bei dem der Transident bisher in allgemeinmedizinischer Behandlung war, eine Empfehlung oder Hilfestellung geben. Der Transident hat keine Wahlmöglichkeit, fühlt sich ausgeliefert und muß lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Jeder Mensch weiß, daß all dies aber gerade sehr schlechte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung und Begutachtung sind.

Stellen, an denen Transidenten beraten werden, wissen auch häufig nicht, welche Gerichte in NRW zuständig sind, können keine Formulierungshilfe für die Antragstellung geben und verweisen dann, in Unkenntnis, daß kein Anwalt zur Vertretung der Ansprüche erforderlich ist, an eine Anwaltskanzlei. Auf diesem Wege kommt es sehr schnell dazu, daß ein medizinisch/psychologisches Problem unnötigerweise zu einer Rechtssache wird. Dem Transidenten bringt dies meist mehr Ärger, als ihn einer Lösung näher.

Die Behandlung von Transidenten muß unter drei verschiedenen Gesichtspunkten gesehen werden:

  1. Transidentität ist nicht therapierbar. Es kann aber sehr wohl sinnvoll und auch nötig sein, durch die nicht gelebte Transidentität entstandene Störungen zu therapieren.
  2. Durch die von der eigenen Identität abweichende biologische Vorgabe ist eine lebenslange medikamentöse Behandlung erforderlich (Hormonbehandlung). Es gibt aber auch Transidenten, die bewußt auf Medikamente verzichten, obwohl sie in ihrer neu gewonnenen Identität leben. Eine andere Gruppe muß, wegen chronischer Erkrankungen oder Unverträglichkeit, auf Hormone verzichten.
  3. Chirurgische Eingriffe können wünschenswert, sinnvoll oder auch notwendig sein.

Aus eben gemachter Aufzählung ergibt sich eigentlich, daß eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten erforderlich wäre. Bedenklich ist das Fehlen der Zusammenarbeit vor allem dann, wenn sie zwischen den Chirurgen und den anderen Ärzten fehlt. Nicht selten gehen Chirurgen vom Machbaren aus! Die Verbesserung der Mikrochirurgie hat diesen Trend noch verstärkt. Gerade mit dem chirurgischen Eingriff sind teilweise aber völlig überzogene Erwartungen der Patienten verbunden. Ohne begleitende psychosoziale Behandlung/Betreuung, vorbereitend und begleitend, sowie in der Nachsorge, kann es zu erheblichen Komplikationen kommen. Der Chirurg muß deshalb, gerade in den vorbereitenden Gesprächen, ein hohes Maß an psychologischer Kompetenz zeigen. So wichtig und sinnvoll für viele Betroffene der durch die chirurgische Anpassung (unabhängig davon wie perfekt dies auch immer möglich sei, es bleibt ein rein kosmetischer Eingriff) erreichbare Wechsel in die angestrebte Geschlechtsidentität auch sei, so gefährlich ist er doch für alle, die mit ihm eine Lösung nicht bearbeiteter oder akzeptierter Problem verbinden wollen. Diese Vorstellung geht in den meisten Fällen schief, auch wenn die Ursache des Scheiterns nicht immer erkannt wird.

1.4 Zusammenfassung

Abschließend möchte ich nochmals versuchen, den Ist-Stand in NRW, so wie ich ihn wahrnehmen kann, zusammen zu fassen.

  1. Die Zahl der Betroffenen Transidenten, Mann-zu-Frau oder Frau-zu-Mann ist in unserer Gesellschaft, durch die Vorbehalte und Prägungen, nicht ermittelbar! Nicht jeder betroffene Mensch bedarf im Sinne der Gesundheitsfürsorge einer "Heilung".
  2. An erster Stelle muß für die Betroffenen die Möglichkeit der Beratung und Aufklärung stehen. Die Wege dazu sind jedoch weitgehend unbekannt oder nur mit großen Schwierigkeiten auffindbar!
  3. Hilfe wird angeboten und ist möglich. Qualifizierte Fachkräfte stehen zur Verfügung. Funktionsfähige Selbsthilfegruppen, wenn auch mit unterschiedlichen Qualifikationen und Arbeitsansätzen, stehen zur Verfügung.
  4. Die Zusammenarbeit der an der Betreuung beteiligten Personen, Ärzte und Organisationen, ist mangelhaft. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit fehlt im medizinischen Bereich fast vollständig.
  5. Die Polarisierung auf Mann und Frau steht eindeutig, zu Lasten der Transdidenten, einer notwendigen Nachsorge im Wege!
  6. Die soziale Lage von Transidenten bleibt praktisch unberücksichtigt. Die für die Solidargemeinschaft dabei entstehenden Kosten werden unnötigerweise in Kauf genommen.
  7. Transidenten sind gesund, leistungsfähig und überwiegend leistungswillig. Durch Berührungsängste, und Ängste der Betroffenen gegenüber der Umwelt, kommt es aber zu erheblichen, sozialen Belastungen.
  8. Um seinen Weg erfolgreich zu gehen muß ein Mensch mit abweichender Geschlechtsidentität, ein Transident, sehr gesund sein. Immer wieder wird er sich der Gesellschaft und den durch sie ausgelösten Bildern, in den Köpfen von Experten und Helfern, ausgeliefert sehen.
  9. Für viele Transidenten ist der räumliche Abstand zur nächst möglichen Beratung oder Hilfe ein schier unüberbrückbares Hindernis. Dies gilt sowohl für Berufstätige, als auch für betroffene Sozialhilfeempfänger.
  10. Ein Bildungsangebot für Transidenten und Betreuer, auf jeder notwendigen Ebene, fehlt in NRW vollständig! (abgesehen von den Seminaren, die ich in Zusammenarbeit mit dem AMEG e.V. seit Febr. 1995 in Köln anbiete).

2. Desiderata

Die Beschreibung eines wünschenswerten Zustandes kann sich natürlich nicht an den z.Z. erreichbaren Realitäten orientieren! Er muß als Vision beschrieben werden, ich werde versuchen diese Vision in nachvollziehbaren Schritten zu unterbreiten.

2.1 (M)eine Vision!?

Ein Kind wird geboren! Es wächst auf und entwickelt sich. Es erlebt die Vielfalt der Menschen in seiner Umgebung, ihre Ausprägung, ihre Lebensweise, ihre Wünsche. Das Kind lernt seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse kennen. Es lernt, daß es einen Körper hat, lernt ihn kennen und lieben. Es lernt sein Fühlen kennen, mit seinen Gefühlen umzugehen.

Das Kind wird zu dem, was wir heute den typischen Mann, die typische Frau nennen. Es kann aber auch sein, daß es eine Frau mit sehr männlich ausgeprägten Anlagen wird, ein Mann mit sehr weiblich ausgeprägten Veranlagungen, und niemand findet etwas Besonderes dabei. Es kann die Rolle, so wie es sich entwickelt annehmen, da es von seiner Umwelt, ohne einen Rollenzwang, angenommen wird.

Es kann aber auch sein, daß das Kind das Gefühl hat, der Körper und die Seele würden nicht zusammen passen. Es wird mit seinem Gefühl ernst genommen. Noch bevor die natürliche Entwicklung (ich meine damit die biologische Entwicklung) unumkehrbare Tatsachen schafft, wird dem Kind Hilfe angeboten. Behandlungen verhindern den Stimmbruch/das Brustwachstum/... . Das Kind bekommt die Chance "neutral" die Pubertät zu durchstehen. Ohne daß irreversible Veränderungen des Körpers geschehen sind, kann es nun, dem eigenen Wunsch entsprechend, eine Entscheidung für sich treffen, ob es als Mann oder Frau leben möchte.

Die Menschen haben gelernt, wieder Mensch zu sein, als Mann und Frau, aber eben nicht nur so! Sie haben endlich ihre Ausrichtung auf Polarisierung aufgegeben, können Schöpfung wieder als das erleben, was sie ist. Sie versuchen nicht mehr, die Natur ihrer Forschung anzugleichen, sondern ihre Forschung an der Natur und ihren unendlichen Möglichkeiten auszurichten. (Der Leser wird verstehen, warum ich in dieser Zukunft leben möchte!)

2.2 Möglichkeiten aus anderen Kulturen

Transidentität ist kein Phänomen unserer Zeit, aber es wurde von unserer Kultur zum Problem gemacht, das nun seinerseits wieder gelöst werden muß. Auch diese Aussage ist keine neue Erkenntnis. Viele Menschen vor mir haben „Geschlechterwechsel" zur Kenntnis genommen, darüber berichtet, auch darüber gestaunt. Je nach ihrer eigenen kulturellen Entwicklung haben sie versucht ihre Beobachtungen zu interpretieren.

Als ich, Ende der 70er Jahre, unter dem Druck der eigenen Andersartigkeit, begann nach Informationen über Transsexualität zu suchen, wurde ich recht schnell fündig. Zunächst erinnerte ich mich, daß mich, schon in meiner Jugend, Berichte über die Zweigeschlechtlichkeit in der griechischen Mythologie fasziniert hatten. Die Berichte über das Leben und Wirken von Jeanne D'Arc bekamen für mich plötzlich eine andere Bedeutung. Das Stöbern, in der Bibliothek einer süddeutschen Großstadt, führte mich zunächst zu dem Buch "Das gleichgeschlechtliche Leben der Naturvölker" (Karsch-Haack, 1911). In einem anderen Werk (Titel und Verfasser kann ich leider nicht nennen, ich weiß es nicht mehr) fand ich, romanhaft geschrieben, den Bericht über das Leben eines Sibirischen Fürstengeschlechtes. Der Fürst lebte mit zwei Frauen, die eine war eine "verwandelte Frau". Mit ihr führte er sein öffentliches Leben. Die andere, eine biologische Frau, sorgte für den Nachwuchs, um dessen Erziehung sich aber seine erste Frau kümmerte.

Schon damals wurde mir eines ganz klar, es handelte sich bei diesen Berichten und den antiken Vorstellungen, nicht um ausschließlich homosexuelle Verhaltensweisen, auch wenn dies, entsprechend unserer kulturellen Vorstellungswelt, als solche vielfach dargestellt wurde, und teilweise noch wird. Auf mich selbst bezogen wurde ganz deutlich, daß mein eigenes Verlangen weder fetischistisch, homosexuell, noch transvestitisch war. Viele Gespräche, die ich in den letzten Monaten mit Petra Gorbas (Name geändert) führen konnte, haben mir den Blick, für die Festlegung der Geschlechter als kulturelles Problem, noch erweitert. Sie führte in den letzten Jahren selbst Studien bei den Indianern Nordamerikas durch und fand dort ihre Persönlichkeit wieder, die man ihr in Deutschland, in einem unseeligen "Heilungswahn", geraubt hatte.

Zusammenfassend möchte ich, plakativ, feststellen, daß oft den Menschen mit abweichender Geschlechtsidentität, eben Transidenten, in verschiedenen Epochen und Kulturen besondere Ehre erwiesen wurde. Ihr Anderssein wurde als göttliche Gnade begriffen, was aber auch zu "religiöser Vergewaltigung" führen konnte. Immer wieder stößt man auf die Definition von bis zu fünf verschiedenen Geschlechtern!

2.3 Schritte des Machbaren

Zunächst möchte ich sagen, auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen: Wer die vorhergehende Vision ablehnt, das Wissen über andere Möglichkeiten in anderen Kulturen ignoriert, ist selbst schuld! Es erschien mir aber sehr wichtig, beides darzustellen, in der Hoffnung bei den folgenden Ausführungen auf ihr Verständnis zu stoßen.

Zentrale Anlaufstelle NRW

Es muß möglich sein, für Transidenten einfache, erreichbare Wege der Information und Beratung zu schaffen. Dies kann meines Erachtens mit einer zentralen Anlaufstelle in NRW, deren Existenz jedem Arzt, jeder Behörde, jeder sozialen Organisation und jedem Erzieher bekannt ist, erreicht werden. Moderne Informations- und Kommunikationstechniken bieten alleine dafür bereits Gewähr, wenn sie eingesetzt werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Info-Dienst

Es muß möglich sein, durch Öffentlichkeitsarbeit und einen Info-Dienst die Chance für schnelle Information und Weiterleitung von Anfragen zu bieten. Aufgabe des Infodienstes muß es sein schnelle Hilfestellungen bei medizinischen, psychologischen und rechtlichen Anfragen zu geben. Zu seinen Aufgaben wird es sicher auch gehören, einen Literaturservice anzubieten. Durch diese Stelle müssen die Möglichkeiten verbessert werden z.B. bei kommunalen Selbsthilfetagen, regionalen und landesweiten Kongressen Informationsstände auszustatten und zu betreuen. Ein Medien-/Pressedienst wäre zu integrieren.

Seminare

Es muß möglich sein für Betroffene und Helfer Seminare anzubieten um einerseits mehr Kenntnisse über die Problematik zu vermitteln, auf der anderen Seite aber auch deutlich zu machen, daß nicht jedes Problem das Transidenten haben ein Problem ihrer Veranlagung ist. In vielen Fällen sind Problem ja erst im Wechselspiel der eigenen Veranlagung und den Erwartungen der Gesellschaft entstanden.

Netz von Einzelberatungsstellen

Es muß möglich sein, daß Betroffene und Mitbetroffene, in zumutbarer Entfernung vom Wohnort, die Gelegenheit zur Einzelberatung erhalten. Dort müssen auch die nötigen Informationen für eine weitergehende Hilfe vorliegen. Die Beratung muß so angeboten werden, daß weder zeitliche noch finanzielle Schwierigkeiten der Ratsuchenden ein Hindernis bilden.

Unterstützung für Selbsthilfegruppen

Es muß möglich sein, daß Selbsthilfegruppen in ihrer Arbeit so unterstützt werden, daß ihr Funktionieren nicht mehr mit dem Einsatz von Einzelpersonen steht und fällt. Diese Unterstützung ist so zu leisten, daß keine Berührungsängste entstehen oder die Angst vor einer Bevormundung. Organisatoren und Leiter von Selbsthilfegruppen müssen Bildungs- und Informationsangebote erhalten. Für Transidenten, die ihren Weg gefunden haben, muß ein Anreiz geschaffen werden, anderen Betroffenen mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen, offene Treffs zum Gedankenaustausch zu besuchen, "Patenschaften" für Betroffene, die ihren Weg noch nicht gefunden haben einzugehen.

2.4 Die nächsten Schritte

Alle bisher beschriebenen "Visionen" betreffen die mögliche und notwendige Soforthilfe. Darüber hinaus sehe ich zwei große Aufgaben, die auf Landes- oder Bundesebene gelöst werden sollten. Das "oder" schließt nicht aus, damit auf Landesebene zu beginnen!

Transidentität wurde zunächst als psychologisches Problem gesehen, die "Behandlung" durch medizinische Maßnahmen unterstützt. Wie als Trend auch auf der Tagung im Kloster Irsee festgestellt wurde, kann davon ausgegangen werden, daß über 70% der behandelten Transidenten mit ihrer persönlichen Situation nach der Geschlechtsanpassung zufrieden waren, jedenfalls zufriedener als mit dem vorhergehenden Zustand. Aber auch Transidenten, die nur den ersten Schritt gegangen sind, die Namensänderung und den sozialen Umstieg durchgeführt haben, also entsprechend ihrer geschlechtlichen Identität leben, ohne eine operative Angleichung vornehmen zu lassen, leben glücklicher und zufriedener als vorher.

"Gender-Forschungs-Zentrum"

Transidentität ist aber auch ein soziales Problem in der Wechselwirkung zwischen eigener Sozialisierung und der Begegnung mit der Umwelt. Ich werfe also erneut die Frage auf, ob Transidentität nicht (auch) eine "Krankheit" der Gesellschaft ist. Meines Erachtens wäre es erforderlich, an einer Universität, die sowohl medizinische, als auch psychologische und soziologische Fakultäten angesiedelt hat, eine interdisziplinäre Gruppe für "Transidentität" zu bilden. An dieser Universität müßten auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Früherkennung zu ermöglichen (siehe Modell in den Niederlanden, Universitätsklinik Utrecht). Solche fakultätsübergreifende Forschungs- und Arbeitsgruppen müßten m.E. für Deutschland an 6 - 10 Universitäten angesiedelt werden. Wichtig ist, daß die bisherigen Erfahrungen, die z.B. an sexualmedizinischen Instituten gewonnen wurden, Erfahrungen aus den Niederlanden, der Schweiz und den USA, mit einfließen, um unnötige Belastungen zu vermeiden und keine Zeitverluste zu provozieren.

Es ist wohl selbstverständlich, daß diese praktisch und wissenschaftlich arbeitenden Zentren untereinander zu einem offenen Austausch und enger Zusammenarbeit kommen müssen. Als weitere Selbstverständlichkeit erscheint mir der Hinweis, daß gerade die Entwicklung der letzten Jahrzehnte gezeigt hat, daß nur eine ergebnisoffene und normneutrale Forschung den Belangen der Transidenten gerecht werden kann. Die Forschung muß m.E. gemeinsam auf den Gebieten der Medizin, Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaften, sowie der Philosophie erfolgen.

Die Einrichtung eines solchen "Gender-Forschungs-Zentrums" erscheint mir in NRW zwingend erforderlich.

Ambulante "Genderteams"

Von diesem Zentrum aus müssen, an verschiedenen Kliniken in NRW, "Genderteams", wie sie das niederländische Beispiel zeigt, gebildet werden. Selbstverständlich müssen die vorhandenen Ressourcen - Ärzte, Psychotherapeuten/Psychologen und andere mit der Materie der Transidentität vertraute Personen - ausgeschöpft werden. Urologen, Gynokologen, Internisten, Endokrinologen, Neurologen und Chirurgen sind in die Behandlung von Transidenten einbezogen. Kinderärzte fehlen in dieser Reihe praktisch vollständig, ebenso wie Soziologen/Sozialarbeiter. Überwiegend handelt es sich um frei praktizierende Ärzte/ Personen. Es muß ein Weg gefunden werden, sie alle, und damit vor allem ihre Erfahrung, in die Genderteams einzubringen, auch wenn die Teams an Kliniken angebunden werden.

Für Betroffene hätte eine Anbindung der Genderteams an Kliniken vor allem den Vorteil, daß sie

  1. bekannt sind, langes Suchen entfällt.
  2. ambulant arbeiten, auch zu Zeiten, die für Berufstätige erreichbar sind.
  3. Kontinuität der Betreuung in den verschiedenen Entwicklungs- und Behandlungsphasen bieten können.
  4. beim Übergang von einer Behandlungsstufe zur nächsten nicht immer wieder die schon überwundenen Barrieren erneut vor sich sehen.
  5. unnötige Zwänge der ständigen Rechtfertigung ihres andersartigen Empfindens entfallen können.

An der vorhergehenden Aufzählung wird deutlich, daß mit der Anbindung an eine Klinik nicht die Aufgabe von Selbständigkeit der behandelnden Ärzte gemeint ist, sondern die Schaffung von Arbeitsgemeinschaften. Für Transidenten entfällt damit das mühevolle, oft vom Zufall abhängige Suchen nach den richtigen Stufen in der Behandlungskette. Häufig werden auch heute noch, teilweise gerade erst wieder, Ärztelisten wie eine "Geheimsache gehandelt". Für Transidenten ist dies meines Erachtens eine unzumutbare, bei gutem Willen aller Beteiligten aber leicht vermeidbare, Situation.

Für Genderteams, Beratungseinrichtungen und Selbsthilfeeinrichtungen muß als Ziel gelten, daß eine unvoreigenommene, offene Zusammenarbeit möglich wird! Untereinander dürfen keine Berührungsängste entstehen, kein Konkurenzkampf oder gegenseitiges Mißtrauen. Dort, wo es vorhanden ist muß, es abgebaut werden! Alle Beteiligten müssen sich darüber klar sein, und auch so handeln, daß es hier nicht in erster Linie um "Probleme" oder "Fälle" geht, sondern um Menschen. Diese sind durch ihre Entwicklung in dieser Gesellschaft schon genug belastet. Gegenseitiges Mißtrauen, Kompetenzgerangel oder andere Abgrenzungen zwischen Hilfsorganisationen und Helfern kann für Transidenten nur zu weiteren Belastungen führen, so weit, daß sogar der Erfolg von Behandlungen in Frage gestellt ist.

3. Problem der Kosten

Transidenten verursachen offensichtliche und versteckte Kosten, die von der Sozialgemeinschaft getragen werden müssen! Die Nichtbehandlung von Transidenten ist mit Sicherheit teurer als die Behandlung. Leider ist es z.Z. nicht möglich für diese Behauptung einen direkten Beweis zu führen. Ich hoffe, daß der folgende indirekte Beweis anerkannt werden kann, obwohl er mit Hilfe einer Analogie zu einer völlig anderen Personengruppe geführt werden muß.

Körperbehinderte Menschen sind gesunde Menschen, die, aufgrund ihrer körperlichen Andersartigkeit, von der Gesellschaft behindert werden. Diese Tatsache, in jahrzehntelanger Entwicklung heute anerkannt, führte zur Einrichtung entsprechender Hilfsprojekte und der Regelung der Kostenfrage. Die betroffenen körperbehinderten Menschen werden an diesen Kosten soweit beteiligt, wie es im Einzelfall möglich und zumutbar ist. Die restlichen Kosten trägt die Solidargemeinschaft, hier vor allem gebildet durch die Bundesversicherungsanstalt, die Landesversicherungsanstalten, die Leistungsabteilungen der Arbeitsämter, Krankenversicherungen und Privatversicherer sowie die Sozialämter. Von "traurigen" Ausnahmen und wenigen Grenzfällen abgesehen müssen die Körperbehinderten weder um ihre Rechte, noch um die Kostenübernahme streiten. (Anmerkung: Ich bin natürlich nicht so "blauäugig", daß ich annehmen würde, der Prozeß der gesellschaftlichen Akzeptanz wäre schon abgeschlossen. Ich weiß auch, daß als Folge davon, auch in den Köpfen von Sachbearbeitern der Genehmigungsbehörden noch Barrieren bestehen, die zu unnötigen Schwierigkeiten und persönlichen Belastungen führen.)

Hätte zu Beginn der "neuen Form" der Arbeit mit Körperbehinderten aber die Analyse der Kostenfrage und eine Erforschung der zukünftigen Kosten und der Entlastung der Sozialgemeinschaft gestanden, dann würden wir uns sicher auch bei dieser Personengruppe noch in einer Grundsatzdiskussion befinden! Heute jedoch streitet niemand mehr ab, daß der eingeschlagene und begangene Weg richtig war und ist.

Auch für die Betreuung und Behandlung von Transidenten stehen wir in Deutschland, also auch in NRW, vor der gleichen Situation. Der sinnvollste Einstieg in eine tragfähige und zukunftsweisende Lösung dieses "Problems" erfolgt über ein Pilotprojekt. Die Landesebene erscheint mir dafür am erfolgversprechendsten.

Die Anschubfinanzierung muß m.E. von Seiten der Landesregierung erfolgen. Sie muß die Zeit für die Ermittlung eines dauerhaft tragfähigen Kostenumlage- und Kostenübernahmeverfahrens überbrücken können. Die anschließend ausführlich erläuterten Einzelprojekte und die vorausgehend beschriebenen "Visionen" berühren die Bereiche:

  • - Lehre und Forschung
  • - Gesundheitswesen
  • - Arbeit und Soziales
  • - Gleichstellung von Mann und Frau

Daß auch der letztgenannte Bereich betroffen ist, wird sehr schnell klar, wenn man bedenkt, daß Transidenten im Verlauf ihrer Entwicklung, aus der Sicht der Gesellschaft, alle Mann und Frau sind. Unabhängig von ihrer eigenen geschlechtlichen Identität erscheinen sie vor der Behandlung in den Augen der Gesellschaft als Mann/Frau und danach in der umgekehrten Rolle als Frau/Mann.

Da auch mir bekannt ist, daß Gelder nicht neu geschaffen werden können, ist die Bereitstellung von Projektmitteln natürlich nur durch Umschichtungen möglich. Gerade für den Beginn der Arbeit ist es aber von Vorteil, daß nur überschaubare Summen in erträglichem Umfang nötig sind. Teilweise Freigabe von, in jedem Ministerium vorhandenen Sondermitteln sind bereits kostendeckend. Die Möglichkeit der Refinanzierung aus anderen Geldquellen sollte nachrangig geprüft werden, natürlich auch nicht unterbleiben, da eine dauerhafte Finanzierung natürlich erforderlich ist. Die vorgeschlagenen Projekte haben wenig Sinn, wenn sie, nach Zeitablauf der Anschubfinanzierung, ausschließlich wegen Geldmangel eingestellt werden müssen.

Für die beschriebenen "Visionen" eines Gender-Forschungs-Zentrums und die Einführung der Genderteams könnte ich mir sogar vorstellen, daß eine kostenneutrale Form der Installation gefunden wird!

(C) Helma Katrin Alter

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