01 | 11 | 2014

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Köln, 22. Oktober 2000

Transgender 
TransFrau - TransMann
Intersexuelle

(A) Transgender oder Die Frage nach geschlechtlicher Selbstbestimmung

Die Medien haben das Thema Transgender neu entdeckt. GEO WISSEN widmet ein ganzes Heft (Nr. 26, August 2000) dem Titel "Frau & Mann" Alte Mythen, Neue Rollen. In den Talkshows aller Sender werden alte Beiträge wiederholt und neue aufgezeichnet und ausgestrahlt. Neue Bücher einer "neuen" Genaration von Transgender, überwiegend biographisch gehalten, sind auf dem Markt erschienen. Michaela Lindner ist mit ihrem Programm "Ich bin, wer ich bin" auf Tournee. Magazine haben das Thema Intersexualität aufgegriffen oder bereiten Sendungen dazu vor.

Ein Teil der Transgender zeigt vor allem ein neues Selbstbewusstsein. Deutlich wurde dies im Zusammenhang mit der Diskussion über die "Eingetragene Partnerschaft", bei der natürlich auch das Problem der "nur" Namensgeänderten Transgender sichtbar wurde ("Heiratsverbot" und nun auch "Partnerschaftsverbot"?). Schon im Frühjahr gab es Anfragen des BMI an Experten zu dieser Problematik, und natürlich auch Antworten. Es wurde aber auch Lesben und Schwulenorganisationen klar, dass eine Befassung mit der "Transgenderproblematik" unumgänglich ist (siehe frühere Begrüßungsseiten im April und Mai).

Das gesamte Kabinett der derzeitigen Bundesregierung ist mehr oder weniger stark sensibilisiert worden. Es ist mit einer "großen Anfrage" im Bundestag, zum Thema TRANSGENDER noch in diesem Jahr zu rechnen. Praktische Konsequenzen zeichnen sich bereits ab:

Berufssoldatinnen, TransFrauen, werden ihren Dienst auch in der kämpfenden Truppe ausüben können, dank der Durchsetzung der Gleichstellung von Mann und Frau auch in der Bundeswehr.

Sowohl das Bundesministerium für Gesundheit, als auch für Jugend und Familie sind sich zumindest der Problematik von Intersexualität bei Kindern bewusst. Klar wurde auch, dass im Bereich der medizinischen Versorgung aller Transgender erheblicher Klärungsbedarf besteht.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales hat zumindest zur Kenntnis genommen, welche Probleme Transgender am Arbeitsplatz haben, bei der Arbeitsplatzsuche antreffen und auch mitbekommen, welche Fehler hier von der Arbeitsverwaltung gemacht werden.
Sowohl im Justizministerium, als auch im Bundesinnenministerium wurde erkannt, dass es erheblichen Klärungsbedarf gibt, wenn man geltendes Recht für Transgender mit den Zusagen des Grundgesetzes und den Menschenrechten vergleicht. (siehe hier auch TSG im Spiegel des Grundgesetzes)

Nicht zuletzt durch die Projektgruppe "Geschlecht und Gesetz" wurde das TSG aus verschiedenen Blickwinkeln auf den Prüfstand genommen (siehe unsere Mitteilung im März 2000). So wurde z.B. vom BMJ eine Umfrage bei allen Gerichten, die für den Vollzug des TSG zuständig sind, eine Umfrage durchgeführt um u.a. darüber Auskunft zu erhalten, wie lange sich die Verfahren hinziehen. Der Rücklauf wurde uns, oder anderen Vertretungen der Transgender, nicht direkt zur Verfügung gestellt. Soviel wurde aber deutlich: Die Aussagen der Gerichte stimmen nicht mit den real erlebten Zeitabläufen überein.

Das BMJ hat die Ergebnisse dem BMI, das für den Vollzug des TSG zuständig ist, zur Verfügung gestellt und es wurde uns mitgeteilt, dass von dort nun eine "Gegenbefragung" bei den einschlägigen Interessenvertretungen der Transgender durchgeführt werden soll.

Es wird bei dieser Befragung eindeutig nur um das TSG gehen:

1. Die Fragen nach der Verfahrensdauer von Verfahren, die nach § 1 oder § 8, bzw. nach § 9 beantragt sind.
2. Probleme mit "Vorbedingungen" um ein Verfahren überhaupt in Gang zu setzen.
3. Probleme mit Gutachten und Gutachtern.
4. ...

Es geht eindeutig bei der Befragung nicht um:

1. Fragen der Diagnostik
2. Fragen der Indikation und Behandlung
3. Fragen der Kostenübernahme
4. Fragen der sozialen Stabilisierung oder Destabilisierung
5. ...

Diese Fragen sind zwar sehr wichtig, gehören aber auf eine "andere Baustelle", nämlich den Bereich des Gesundheitswesens und der Rehabilitation.

(B) Nachlese "6. PSYCHOtherapietage

Unter dem Leitthema "Bitte ganz ZWANG los", hatte ich Gelegenheit einen Vortrag zum Thema Transidentität und Intersexualität zu halten (ca. 20 min). Neben allgemeinen Fragen ging ich dabei vor allem auf Transgender "Entwicklungsmodelle", "Kariere" und "Chancen" ein. Das Zahlenmaterial, welches den Grafiken zu Grunde liegt, entstand in 6 Jahren Betreuungs- und Beratungsarbeit.

In einem Seminar konnte ich die Methode der "Selbstanamnese, ein therapeutisches Werkzeug" vorstellen. Anleitung und Möglichkeiten/Grenzen der Methode liegen als vollständiger Text vor.

(C) dgti aktuell

1. Beachten Sie bei allen Spenden und Zahlungen die neue Bankverbindung. Vergessen Sie nie den Verwendungszweck anzugeben.

Kontoinhaber: dgti e.V.
Kölner Bank e.G.
BLZ: 371 600 87
Konto: 583 922 008

2. Die Landesgeschäfts- und Beratungsstelle Niedersachsen ist, aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen bis auf weiteres nur schriftlich erreichbar. Bitte haben Sie Verständnnis dafür, wir arbeiten alle ehrenamtlich für die dgti.

3. Die Informationen zum Ergänzungsausweis wurden aktualisiert und erweitert. Ebenso haben wir bei Ziele der dgti, über die Aussagen der Satzung hinaus, zur Frage der Mitgliedschaft und der Aufgaben der dgti Beiträge eingestellt.

4. Am 1. September haben zwei neue Beratungsstellen ihre Arbeit aufgenommen:

dgti Berlin - Brandenburg
Leitung: Patricia Metzer, Postfach 48 01 08, 12251 Berlin
Tel./AB/Fax: 030 - 332 90 488, email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

dgti Nordbayern
Leitung: Inge Hildner, Frauentaler Weg 24, 90427 Nürnberg 
Tel.: 0170 - 922 9956, jeden Mi. von 19:00-21:00 Uhr
Fax: 0911 - 313 426, (leider noch kein email-Anschluss)

Eure Helma Katrin

dgti e.V.
Godorfer Hauptstr. 60
50997 Köln
Tel./Fax: 02236 - 839018
mail to Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Geschäftszeiten: Di. 19:00-22:00 h, Fr. 13:00-18:00 h

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