25 | 04 | 2014

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Transgender 
TransFrau - TransMann
Intersexuelle


Köln, 14. Mai 2004

Nachruf

Heute erreichte uns die Nachricht, daß David Reimer gestorben sei. David Reimer, der als der berühmte John/Joan Fall Wissenschaftsgeschichte machte, beging am 4. Mai 2004, im Alter von 38 Jahren, Selbstmord.

In Folge einer mißglückten Beschneidung als Kleinkind, bei der sein Penis irreperabel beschädigt wurde, entschieden sich die Eltern auf Rat des berühmten Sexualwissenschaftlers John Money, das Kind als Mädchen aufzuziehen; die noch vorhanden Hoden wurden entfernt, und das Kind mit weiblichen Hormonen behandelt. Money war von diesem Falle besonders begeistert, da Davids eineiiger Zwillingsbruder Bruder Brian als Vergleich dienen konnte.

David Reimer, genannt Brenda, fühlte sich jedoch niemals als Mädchen, und war aufgrund dieser Zuweisung ein zutiefst unglückliches Kind. Als es in der Pubertät, die durch künstliche Hormone ausgelöst werden sollte, zu einer Krise kam, erfuhr er, daß er als Junge geboren worden war, und lebte sofort wieder als Junge. Später heiratete er eine Frau und adoptierte deren Kinder.

Money hingegen propagierte den Fall John/Joan noch jahrelang als durchschlagenden Erfolg seiner Theorie (daß nämlich das Identitätsgeschlecht eines Menschen erst mit etwa drei Jahren entwickelt sei, und vorher beliebig veränderbar sei), obwohl ihm bekannt war, daß das Experiment längst gescheitert war. Aufgrund seiner "Erkenntnisse" werden heute noch intersexuelle Kinder, zum Beispiel solche mir einem sogenannten Micropenis, verstümmelt, mit ähnlichen "Erfolgen". Die Theorien Moneys waren niemals unumstritten; insbesondere Milton Diamond hat viele davon widerlegt.

Money hörte erst damit auf, als sich David Reimer entschloss, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, um anderen Kindern das gleiche Schicksal zu ersparen. Seine Lebensgeschichte schilderte er, zusammen mit dem Autor John Colapinto, in Der Junge, der als Mädchen aufwuchs.

Seine Mutter gab gegenüber der New York Times an, David habe wohl keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen, nachdem er und seine Frau sich getrennt hatten, und er seine Arbeitsstelle verloren hatte; außerdem war er über den Tod seines Zwillingsbruders vor zwei Jahren noch nicht hinweggekommen. Sie sagte aber auch, daß sie glaube, daß ihr Sohn noch am Leben wäre, wenn er nicht das Opfer jenes unglücklichen Experiments geworden wäre, das bei ihm soviel Leid verursachte.

 


 

Neue Artikel auf www.dgti.org

Transgender und die Gesundheitsreform 30.01.2004

Das Recht auf Identität - ein Menschenrecht!? 29.07.2003

Auch Babys haben Menschenwürde 20.06.2003

Begutachtungsrichtlinien des MDK Nordrhein 10.4.2003

 


 

Trans* und gesund

Im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform und vielen in den letzten Monaten gestellten Fragen, auch durch das Verhalten von Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen ausgelöst in Antworten und "Vorschriften" für die Behandlung von Transfrauen und Transmännern, führte zu Irritation und zu der Notwendigkeit öffentlich und klar auf immer wieder gestellte Fragen einzugehen. Ich werde dies einmal in dem oben genannten Artikel tun, zum anderen aber auch in der Sammlung Fragen der Behandlung. Ich verweise aber auch ausdrücklich auf die bereits bestehenden Inhalte auf der Seite Medizinisches.

 


 

Aufrufe an Transmänner

A) Probanden für eine Doktorarbeit gesucht:

Ein Assistenzarzt an einer renomierten deutschen Klinik, selbst betroffener Transmann, schreibt derzeit an seiner Doktorarbeit. Es geht um alles, was mit der Penoidaufbauplastik zu tun hat. Um auf der einen Seite seriös wissenschaftlich arbeiten zu können und im Bewusstsein, dass Fragebögen im Internet gewisse Risiken und Angriffsflächen in sich bergen, möchte er nur in direktem Kontakt mit

Transmännern, die eine Aufbauplastik haben machen lassen in Kontakt treten.

Bitte meldet Euch schriftlich bei der Geschäftsstelle der dgti, c/o Helma Katrin Alter, Godorfer Hauptstr. 60, 50997 Köln, wenn ihr bereit seit an der Studie teilzunehmen. Wir leiten eure Antwort direkt an den Arzt weiter. Eure Daten werden bei der dgti nicht gespeichert! Selbstverständlich gilt für den Arzt auch im Fall dieser Studie die ärztliche Schweigepflicht und die Wahrung der Anonymität des Probanden.

B) Interessengemeinschaft OP geschädigter Transmänner mit Aufbauplastik:

Mitte 2003 hat sich eine Gruppe von Transmännern zusammengefunden, die in der Zeit von Ende 2002 bis Mitte 2003 einen Penoidaufbau durchführen ließen und durch zunächst zufälligen Kontakt feststellen mussten, dass ihre gesundheitlichen Schäden, von denen zunächst jeder Einzelne annahm, dass er eben "Pech" gehabt habe, eben kein Einzelfall ist, sondern die "Fehlerquote" unzumutbare Grenzen erreicht hatte (z.B. über 30% Totalverlust innerhalb weniger Wochen/Monate).

Vor allem Transmänner, die vor Dez. 2002 und nach Juni 2003 eine Penisaufbauplastik haben machen lassen und ebenfalls unter gesundheitlichen Folgeschäden leiden oder ungewöhnlich langen Krankenhausaufenthalt nach der OP hatten (3 Wochen und länger) sollten sich bitte bei der Geschäftsstelle der dgti in Köln melden. Dabei sollten Unterlagen nur auf dem Postweg gesendet werden; Nachfragen werden aber selbstverständlich auch telefonisch oder per Mail beantwortet. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! stellt dann den Kontakt zum Sprecher der Geschädigtengruppe her. Seriöser und sensibler Umgang mit den Meldungen wird in jedem Fall garantiert. Dies ist vor allem auch deshalb notwendig, weil bereits in einigen der Fälle gerichtliche Schritte wegen Körperverletztung, unwahren Zusagen vor der OP, usw. von Angehörigen der Geschädigtengruppe eingeleitet wurden.

 


 

In eigener Sache

a) Die einzelnen Beratungsstellen der dgti haben mehr oder weniger umfangreiche Kontakte und Listen über Therapeuten, Ärzte und Kliniken, die sich mit der Thematik von Trans* beschäftigen. Derartige Listen werden von uns aber, sowohl aus rechtlichen, als auch Gründen der individuellen Fürsorge, weder im Internet veröffentlicht noch auf Anfrage zugeschickt. Natürlich greifen wir in Beratungsgesprächen, persönlich oder telefonisch, auf diese Listen zu. Wir versuchen dabei bedarfsgerecht und individuell zu helfen. Die Vereinbarung von Beratungsterminen erfolgt ausschließlich telefonisch.

b) Gerade in den letzten Monaten kommt es immer wieder zu Anfragen von Studenten, Studiengruppen, ... zum Thema "Transsexualität", "Geschlechtsumwandlung" und ähnlichem "Unsinn" um Diplomarbeiten zum Thema zu machen oder studienbegleitende Präsentationen. Es ist sehr mühsam immer wieder Aufklärungsarbeit dort zu machen, wo die Anfragenden einfach nicht sorgfältig recherchieren. Bereits 2001 stellte die Deutsche Gesellschaft für Sexualwissenschaft fest, dass der Begriff "Transsexualität" von Anfang an falsch war. Wir haben darauf hingewiesen. Wenn zukünftige Akademiker ein kulturell verengtes Menschenbild weiter verbreiten wollen, dann können sie nicht mit der Unterstützung der dgti rechnen.

c) Viren und Würmer: Die dgti-Bundesgeschäftsstelle, erreichbar unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! führt für Mails kein Adressbuch. Dies erschwert zwar die Arbeit, gibt aber die Sicherheit, dass von hoer aus keine Verbreitung von Viren oder Würmern möglich ist. Sie erhalten von uns also nur Mails als Re: "Anfrage" (ihr Fragetext). In jedem anderen Fall empfehlen wir eine Mail von Katrin... ungelesen zu löschen um sich selbst vor "Angriffen" zu schützen.

d) Webseite: Die Verwaltung der Seiten der dgti ist von der Bundesgeschäftsstelle seit einigen Monaten getrennt. Bitte alle Hinweise auf Änderung von Gruppen oder sonstiges, was direkt mit der Seite zu tun hat, direkt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


 

Ergänzungsausweis

(bisher über 450 Ausweise ausgegeben, Jan. 2004)

Im August 2003 wurde das erste Strafverfahren wegen Fälschung eines Ergänzungsausweises bei der Staatsanwaltschaft in Meinigen anhängig. "Verstoß gegen das Passrecht, Fälschung eines Dokumentes, Versuch der Erschleichung von Leistungen." Wir weisen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hin, dass der Ergänzungsausweis, durch Verwendung biomertischer Daten, absolut fälschungssicher ist.

Leider kommt es trotz dieses Hinweises immer wieder vor, dass

1. der Wunschname nicht deutlich genug angegeben wird
2. das beigefügte Bild nicht den Normen eines Passbildes entspricht
3. Die Kopie der Rückseite des Personalausweises fehlt.
4. die im Ausweis enthaltene Adresse nicht mit der Versandanschrift übereinstimmt. Entweder muss die Ummeldung erfolgen oder ich brauche eine Erklärung für die Differenz.
5. Leider kommt es auch vor, dass die Kopie des beigefügten Dokumentes entweder nicht lesbar ist oder die Gültigkeit des Dokumentes bereits abgelaufen ist oder kurz vor dem Ablauf steht.

Die Zeit zwischen der Beantragung des Ergänzungsausweises und seiner Ausstellung dauert in der Regel etwa 14-18 Tage. Aus der Tatsache, dass es manchmal sehr schnell geht darf nicht abgeleitet werden, dass es immer so geht. Da hilft auch nicht der Hinweis "dringend". Bitte plant eure Bestellung rechtzeitig, wenn ihr Reisen vor habt oder es andere Gründe für eine "Dringlichkeit" gibt. Ausweise werden 1mal oder manchmal auch 2mal pro Monat erstellt.

Wir wünschen allen Besuchern der Seite viel Erfolg beim Stöbern.

 


 

dgti e.V.
Godorfer Hauptstr. 60
50997 Köln
Tel./Fax: 02236 - 839018 (außerhalb der Geschäftszeit nur AB und Fax; zusätzliches Fax während der Geschäftszeit, aber nicht nur, 02236 - 949 9392)
email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Geschäftszeiten: Di. 19:00-21:00 h, Fr. 13:00-17:00 h

Notfall-Telefon: 0179 - 3748 990 ( aber bitte nur im Notfall!)

Bankverbindung
Empfänger: dgti e.V. Köln
Konto: 583 922 008, BLZ: 371 600 87
Kölner Bank e.G.

 


 

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