Köln, 24. März 2002
Transgender
TransFrau - TransMann
Intersexuelle
(A) Zwei Seminarangebote vom 13. - 20. Juli und vom 20. - 27. Juli 2002
in Matrei in Osttirol, südlich der Felbertauern in Richtung Lienz![]()
Durch ein privates Sponsorangebot hat die dgti die Möglichkeit in der besten Urlaubszeit, in einem Appartementhotel der Spitzenklasse, in malerischer Bergwelt (südlich des Großglockner) zwei Seminare für je 6 Teilnehmer anzubieten.
Vorgesehen ist die Verbindung von Urlaub, Gedankenaustausch und Lernen (Selbsterfahrung, Wahrnehmungstraining, Beratungstraining und Moderation). Pro Woche können 6 Personen an dieser "Schulung" teilnehmen. Leitung: Helma Katrin Alter
(B) In eigener Sache
Seit der letzten Ausgabe gibt es die Rubrik "Vorträge und
Leitartikel". Sie wurde eingeführt, weil es neuen Besuchern
oft nicht gelingt diese, teilweise über die Grenzen Medizin, Recht
und Politik greifenden Informationen zu finden. Wir hoffen damit wieder
ein Stück servicefreundlicher zu werden. In dieser Ausgabe wurden
die Beiträge 1 und 8 neu aufgenommen.
(C) Institutionalisierte Gewalt - hier speziell durch MDS/MDK
In den letzten 12 Monaten stellten nicht nur wir fest, dass es mit der
Behandlung von Transgendern, den Kostenübernahmen, aber auch den
Gerichtsverfahren verstärkt Probleme gibt. Dabei tauchte immer wieder
der Begriff MDS auf.
Am 23. April 2001 wurde der Abschlussbericht der Projektgruppe P 29 b,
"Behandlungsmaßnahmen bei Transsexualität", fertig
gestellt und gezielt verteilt. Da im Impressum keine Bezugsquellen angegeben
sind, kein Auftraggeber und auch keine Zielrichtung für wen oder
was diese Studie sein soll, hat sie praktisch den Stellenwert eines "Geheimpapiers".
Der dgti liegt seit einigen Tagen die vollständige Studie vor (106 Seiten, die es sich eigentlich nicht lohnt zu drucken).
Projektgruppenleitung: Frau Dr. Bauer, MDS
Projektgruppenmitglieder:
Herr Dipl.-Med. Pfeifer, MDK Berlin-Brandenburg e.V.
Herr Dr. Pfeiler, MDK in Hessen
Frau Dr. Artmann, MDK Westfalen-Lippe
Ich zitiere in diesem Zusammenhang Aussagen zweier namhafter Wissenschaftler zu diesem Papier:
1. (Auszug aus einem Brief an eine Krankenkasse) "... Ich darf Sie bitten, dieses Schreiben zusammen mit dem Gutachten dem MDK vorzulegen, und ich mache vorsorglich darauf aufmerksam, dass der vom MDS herausgegebene Abschlussbericht der Projektgruppe P29b "Behandlungsmaßnahmen bei Transsexualität", den die MDKs neuerdings als Beurteilungsgrundlage benutzen, aus wissenschaftlicher Sicht das seit Jahren miserabelste Papier über Transsexualität ist, das in Medizinerkreisen kursiert. Das Papier strotzt von Ungenauigkeiten, Fehlern, falschen historischen Zuordnungen und klinisch unsinnigen Wertungen, ist außerdem in sich unkonsistent. ..."
2. (Auszug aus einer Mail an die dgti) "... schicke ich Ihnen die MDS-Leitlinien zu. Sie sind so menschenverachtend, dass sich die Gesellschaft für Sexualwissenschaft e.V., deren Vorsitzender ich bin, entschlossen hat, eine Stellungnahme zu erarbeiten. Besonders die Ausformulierungen zur Begutachtung und der Psychotherapie sind verheerend. ..."
Die dgti wird sich in Kürze ebenfalls dazu näher äußern. Ein "Schnellschuss" nützt jedoch nichts. Es ist der dgti bekannt, dass sich auch Mitarbeiter und externe Sachverständige, die in dieser Studie genannt sind, teilweise nur in der jeweiligen Literaturangabe, vom Ergebnis distanziert haben. Dazu zählen Wissenschaftler und Ärzte wie z.B. Prof. Gooren, Prof. Pfäfflin, Frau Dr. Speer, ... Der dgti ist bekannt, dass auch die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung e.V. eine sehr kritische Distanz zu diesem Papier hat.
Wer kontrolliert eigentlich den MDK/MDS?
Wer kann uns vor solchen "Experten" bewahren?
Wer kann Mitarbeiter, die sich einem "Diktat" der Studie P29b
nicht beugen wollen stützen?
Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch:
Probleme der sozialen Integration
oder Verhinderung sozialer Instabilität von Transgendern
Transmännern, Transfrauen und Intersexuellen
Helma Katrin Alter
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