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Köln, 16. März 2000 (zur Begrüßungsseite vom 12.03.00)

Progynon Depot 100


nicht mehr in der Produktion


am Dienstag, 14. März 2000 hat die dgti davon Kenntnis erhalten, dass die Produktion von Progynon Depot 100 von der Firma Schering AG eingestellt wurde (das betrifft Griechenland, woher wir das Hormon immer noch erhalten haben).

Schering AG, Berlin - Tel.: 030 - 468 1111

von Herrn Homuth, der für Vertriebsfragen zuständig ist, wurde mir diese Meldung bestätigt (über obige Nummer vermittelt).

von Frau Petschik, die im Bereich Medikamentenforschunng arbeitet wurde es mir auch bestätigt, gleichzeitig sagte sie mir, dass Auskünfte über alternative Medikamente nur Ärzte erhalten können. Tel.: 030 - 34 98 90

von Dr. Düsterberg, Fa. Schering , der mich später anrief, wurde die Meldung ebenfalls bestätigt. Er wollte sich dafür einsetzen, dass ich bis heute von Schering nähere Informationen erhalte, vor allem darüber ob sofort Lieferengpässe zu erwarten sind, Alternativen und sonstige Hinweise. Ich versprach deshalb mit der Veröffentlichung bis Freitag Nacht zu warten. - Leider kam nichts bei mir an.
Fax: 030 - 4681 4768

Noch in der Nacht von Di. zu Mi. habe ich eine schriftliche Fax-Anfrage an Dr. Düsterberg geschickt, sowie per mail eine Anfrage an die Firma Scherig (über www.schering.de). Auf beides habe ich keine Antwort erhalten.

In allen Gesprächen wurde deutlich, dass es sich um eine rein wirtschaftliche Entscheidung handelt, da das Medikament für die Prostatakrebsbehandlung nicht eingesetzt wird und im Wirtschaftsmanangement das praktische Einsatzgebiet - gegengeschlechtliche Behandlung von Transsexuellen Mann-zu-Frau - nicht zur Debatte stand. Es gibt bei Schering offiziell für diesen Einsatz keine begleitenden Untersuchungen, was ja auch eindeutig aus dem Beipackzettel ersichtlich sei.

Eine telefonische Anfrage bei Min. Dir. Dr. Erhard Schmidt, Bundesministerium für Gesundheit, Abt. 1 (Arzneimittel), Probsthof 78a, 53121 Bonn, Tel.: 0228 - 941 1050 am Dienstag hatte folgendes Ergebnis:
Das Ministerium könne auf die Industrie keinen Einfluss nehmen, wenn Medikamente nicht mehr hergestellt werden. Die Aufgaben des Ministeriums beziehen sich nur auf die Kontrolle und Zulassung. Als Herr Dr. Schmidt das Problem erkannt hatte war er sehr hilfsbereit, so dass ich weitere Schritte einleiten konnte.

Mein Arzt stellte mir sofort ein Rezept aus und die Apotheke konnte es noch einlösen (sie hatte es vorrätig, da es dort sehr oft verlangt wird). Eine Nachfrage beim Importeur ergab aber, dass er nicht mehr nachliefern kann. Eine "Schnellsuche", die der Apotheker mit Hilfe seiner Computerprogramme durchführte, ob es ein Medikament mit dem gleichen Wirkstoff in ausreichender Konzentration gibt, verlief erwartungsgemäß negativ. Daraufhin schaltete der Apotheker den Deutschen Apothekerverband ein, damit dieser sich mit Schering in Verbindung setzt.

Ich habe noch am Dienstag Abend einen Brief an das Bundesminnisterium für Gesundheit, Frau Ministerinn Andrea Fischer, Postfach 08 01 63, 1001 Berlin geschrieben, in dem ich das Problem mit Progynon Depot 100 und Schering darstelle und darum gebeten, man möge von Seiten des Gesundheitsministriums helfen, damit nicht Transsexuelle, die seit Jahren damit behandelt werdenn unnd die Ärzte, die es erfolgreich mit ihren Erfahrungen eingesetzt haben "im Regen" stehen.

weitere Anregungen und Anfragen an:

Helma Katrin Alter
Bundesgeschäftsstelle der dgti - Beratungsstelle in Köln

dgti e.V.
Godorfer Hauptstr. 60
50997 Köln
Tel./Fax: 02236 - 839018
mail to katrin@dgti.org

Geschäftszeiten: Di. 19:00-22:00 h, Fr. 13:00-18:00 h

Noch ein Wort in eigener Sache: Die Bundesgeschäftsstelle war wegen technischer und persönlicher Probleme jetzt über 2 Monate nicht einsatzfähig. Es ist jede Menge Arbeit liegen geblieben. Ich bitte dafür um Entschuldigung und werde mich bemühen schnellstens den entstandenen "Rückstau" aufzuarbeiten.

Eure Helma Katrin Alter

PS: Das Sachbuch "Gleiche Chancen für alle - Transidentität in Deutschland 1998/1999" ist jetzt erhältlich (Inhaltsverzeichnis)
bei bod.de (Suche bei libri; Eingabe: Helma Katrin Alter) oder im Buchhandel (ISBN: 3-89811-043-5) oder in der Geschäftsstelle direkt
292 Seiten, Taschenbuch, DM 29.80

 

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