18 | 11 | 2017

6. Rheinische Allgemeine PSYCHO-therapietage


das vollständige Programm ist unter Psychoforum zu finden. Nachfolgend geben wir die Ankündigungen unserer Dozentin an.

Alter, Helma Katrin; Berufs-, Arbeits- und Sozialpädagogin dgti - Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. Godorfer Hauptstr. 60, 50997 Köln; Tel./Fax: 02236 - 839018 EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vortrag:

Intersexualität und Transidentität - ein medizinisches Konstrukt oder ein kulturelles Problem

Intersexualität - Transsexualität - Transidentität - Transgender - TransFrau - TransMann - Trans* - ..., das sind nicht nur Schlagworte oder verschiedene Begriffe für das gleiche Phänomen. Sie sind ein Spiegelbild unserer heutigen Realität. Sie zeigen die Probleme von Menschen, die auf der Suche nach ihrem Ich sind, in einer gesellschaftlichen Konstruktion, in der es sie eigentlich nicht gibt - obwohl es sie natürlich schon immer gegeben hat. Durch professionelle Hilfen, von "Normalos" entwickelt, werden Teile des Grundgesetzes für die betroffenen Personen außer Kraft gesetzt. Wer die Hilfe nicht erträgt wird "entsorgt, ins soziale Abseits, in die Psychiatrie oder auf den Friedhof. Dies ist nicht primär eine Anklage, eher eine nüchterne Feststellung über die letzten 30 Jahre "Hilfe". 
Literatur: Gleiche Chancen für alle - Transidentität in Deutschland 1998/1999; ISBN: 3-89811-043-5

Seminar 1:

Selbstanamnese - ein therapeutisches "Werkzeug"

Setzt der Psychologe die Methode der schriftlichen Selbstanamnese ein und bringt den Patienten dazu, diese gewissenhaft durchzuführen, so hat sie vor allem einen in seiner Wirkung nicht zu unterschätzenden Vorteil (gegenüber der Anamnese auf reiner Gesprächsbasis). Der Psychologe signalisiert sein Vertrauen in den Patienten. Selbst im Schreiben ungeübte Patienten entwickeln erfahrungsgemäß erstaunliche Fähigkeiten. Im Lauf der Arbeit wird fast immer auch die Fähigkeit zur Selbstkritik und realistischen Selbsteinschätzung deutlich. Sie wird vor allem dem Patienten selbst klar. Die Methode wird vorgestellt und soll kritisch diskutiert werden.

Seminar 2:

Zwangstherapie in diagnostischer, stationärer und forensischer Arbeit

Zwang zur Therapie? - das mag somatisch möglich sein, wenn eine Nichtbehanlung den Patienten gefährdet oder Menschen in seiner Umgebung, z.B. bei Seuchengefahr. Wie aber sieht die Lage aus, wenn es sich um eine Psychotherapie handelt? Kann eine Therapie überhaupt greifen, wenn der Patient annehmen muss, dass er dann, wenn er sich nicht darauf einlässt Nachteile für sich in Kauf nehmen muss? Sind in diesen Fällen Therapieerfolge, was ja der Therapeut beurteilt, dann überhaupt tragfähig? Das Seminar soll vor allem dem Erfahrungsaustausch dienen, nicht nur in der Therapie Transsexueller, sondern vor allem auch bezogen auf Fälle der therapeutischen Nachbetreuung, als Auflage für Entlassung aus forensischen Einrichtungen und stationären Unterbringungen.